Wein, Oliven und, und, und ....

Reisebericht von HeikoJT, Reisezeitraum Oktober 2007 nicht bewertet report_rating
Verfasst zur Region: Frankreich Dieser Reisebericht wurde 2602 Mal angeschaut
 
Languedoc-Roussillon
 
Wein, Oliven und , und, und ......
 
 
Hier, in Südfrankreich haben schon die Griechen im 6. Jahrhundert vor Christus Wein angebaut. Ab dem 1. Jahrhundert vor Christus verfeinerten dann die Römer die Kunst der Herstellung des Göttertrankes. Heute ist Languedoc-Roussillon mit 300 000 Hektar das größte Weinbaugebiet Frankreichs und vielleicht der Welt. Aber die Masse macht’s ja nicht. Bis in die siebziger Jahre genossen die Weine dieser Region keinen guten Ruf. Zu lange hatte man sich darauf konzentriert, so viel wie möglich zu produzieren. Heute steht auf den alteingesessenen Domainen eine junge Generation von Winzern für Qualitätsbewußtsein. Neben gängigen Rebsorten wie Merlot oder Cabernet Sauvignon arbeiten sie mit heimischen Arten wie Grenache, Carignan, Syrah, Mourvèdre oder Clairette. Gespritzt wird so wenig wie möglich.   . In den Weinbergen wachsen vielerorts Wildplanzen wie Thymian und Anis. Im Zusammenspiel mit den verschiedenen Böden wie Kalk, Lehm, Schiefer, Granit oder Basalt und den verschiedenartigen Klimas entsteht eine Fülle von aromatischen, eigenwilligen wie ausdruckstarken Tropfen. In ihnen kommt die Vielfältigkeit der Landschaft mit Berghängen, Flusstälern, weiten Plateaus und Küstenregionen zum Ausdruck. Viele Winzer verkaufen ihre Produkte direkt an den Fachhandel in Deutschland, wo man beraten wird, und den Wein auch verkosten kann.
 
Nicht nur bei den Weinkennern dürfte Languedoc-Roussillon kein Geheimtipp mehr sein. Aber die südlichen Cevennen im Departement L’Herault sind vom Tourismus noch wenig angetastet, Die guten Straßen, die durch die wild zerklüfteten Berge führen, sind kaum befahren. Tief in den weichen Kalkstein haben sich die Flüsse eingegraben, überquert von kühnen Brücken romanischer Baukunst, wie dem Pont de Diable. Steineiche, Buchsbaum und Wacholder bestimmen die Flora. Atemberaubend schöne Naturformationen überraschen immer wieder. So der Cirque de Navelle, wo der Fluss Vis um das Dorf herum eine Art riesiges natürliches Amphitheater geschaffen hat, das man vom 300 Meter höheren Aussichtspunkt bewundern kann. In den malerischen mittelalterlichen Dörfern mit ihren Natursteinmauern   fühlt man sich um 1000 Jahre zurück versetzt. Saint-Guilhem-le-Désert mit seiner erhabenen von den Benediktinern erbauten Abbaye de Gellone   war auch schon damals wie heute   Etappenziel der Jakobspilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela. Wobei der Wanderer von heute nicht mehr auf Klöster und Hospitäler angewiesen ist. Charmante Hotels und feine Restaurants warten auf ihn (In Saint-Guilhem das Hotel Guilhaume d’Orange).  
 
Hier in der Gegend werden die Aubrac-Rinder gezüchtet, eine robuste Kreuzung, die bei extensiver Haltung hervorragendes Fleisch liefert. Die Rinder sind sechs Monate im Jahr in den Bergen, jeweils 35 Kühe mit einem Stier, und auch den Rest der Zeit draußen. Auch die seltenen Rove-Ziegen mit ihren langen gedrehten Hörnern gedeihen in den südlichen Ausläufern der Cevennen prächtig. Sie liefern, handgemolken,   die Milch für die lokalen Käsesorten Brousse und den berühmten Pélardon. Wobei wir zu den kulinarischen Genüssen kommen. Da ist die schmackhafte manchmal etwas deftige ländliche Kost und im absoluten Gegensatz dazu die raffinierte französische Küche in den Städten, die man aber ebenso oft in kleineren Orten findet, wie z.B. im unscheinbaren „La Table de Cuisine“ in St. André. Landestypische Spezialitäten sind, um nur einige zu nennen, das Eintopfgericht Cassoulet, die Fricandeau Pastete, la paté de campagne, Ziegenkäse mit Safran-Öl, Roquefort mit Aprikosen, die Rübe von Pardailhan (blanchiert, dann in Olivenöl eingelegt und anschließend karamellisiert), die Roussillon-Kartoffel, Zwiebelkonfitüre mit entweder Trauben, Feigen, Gänseleber oder Äpfeln. Die Seele der Küche ist das Olivenöl, das hier vornehmlich aus den heimischen Sorten Luque, Picholine und La Violette de Roussillon gewonnen wird. Die Kreativität der Olivenbauern in der Herstellung neuer Produkte kennt kaum Grenzen. So gibt es Olivenöl mit Safran, Rosen, Pfefferminze, Zitrone, Ingwer, Rosmarin, Knoblauch, Peperoni, Basilikum. Wer seine Küche bereichern will, sollte die verschiedensten Olivenöle mal ausprobieren, die teuren jedoch nicht zum Braten verwenden, da sie dabei ihr Aroma verlieren. Aber ein paar Tropfen von dem guten Öl auf den Fisch, den das Mittelmeer hier so frisch liefert, machen ihn noch köstlicher. Mittlerweile gibt es sogar die ganze Palette der Kosmetikprodukte auf der Basis von Olivenöl, dessen Vitamine und Antioxydantien gerade auch extern angewandt der Alterung entgegenwirken. Pierre und Roch Vialla von der Domaine L’Oulivie, die sich über Besuch freuen (domaineloulivie@wanadoo.fr), sind dabei, zusammen mit Fachleuten aus der Gesundheitsbranche, eine Öltherapie ähnlich wie Ayurveda zu entwickeln, die sie hoffen in drei Jahren anbieten zu können.
 
  Die landestypischen Erzeugnisse und überhaupt das Leben der Menschen in Süd-Frankreich lernt der Besucher am besten auf einem der vielen Märkte kennen, z.B. auf dem von Clermont l’Herault, der mittwochs Vormittag stattfindet. Da findet man die ganze Vielfalt der Delikatessen, alle Sorten von Obst und Gemüse – viel Bio -, Kunsthandwerk , Textilwaren und manches Andere. Man kann kosten, natürlich kaufen oder einfach nur dem bunten Treiben der Einheimischen zuschauen. Manch origineller Typ wird einem begegnen.
 
Über die Städte soll hier nicht viel gesagt werden. Weil es leicht ist   sich im Internet zu informieren   über das steinerne Kulturerbe der Altstädte von   Narbonne, Nimes, Montpellier,   Béziers. Und über Carcasonne natürlich, der einzigen völlig erhaltenen Festungsanlage Europas. Wer sie einmal gesehen hat wird die Bilder zeit seines Lebens   im Kopf behalten. Ja, und da sind noch die Städte im südlichsten Département Frankreichs, den   Pyréenes Orientales, nämlich Perpignan und Céret. Erstere hat Dali zum Mittelpunkt der Welt erklärt,   und Céret ist eine Kunststadtstadt schlechthin. Hier an der Grenze zu Spanien ist der katalonische Einfluss allgegenwärtig, in Kultur, Sprache, Namen und der Genetik der Menschen. Das herausragende Musée de l’Art Moderne in Céret beherbergt unter anderen Werke von Picasso, Chagall, Miró, Matisse, die sich alle von dem ganz besonders warmen Licht der Cote Vermeille haben inspirieren lassen. Und in dem sympathischen Städtchen gibt es natürlich auch exzellente Restaurants wie das „Le Pied dans le Plat“ und so nette Hotels wie Pablos hervorragend gelegenes „Les Arcades“.
 
Dreihundert Tage im Jahr scheint die Sonne im Languedoc-Roussillon. Im Sommer wird die Küste von Sonnenhungrigen aus ganz Europa bevölkert, die sich an den schönen unverbauten Stränden wie dem sympathischen Argelès-sur-Mer erholen. In der Nachsaison gehören die verträumten Fischerorte wieder den Einheimischen, obwohl man das Bad im Meer durchaus noch genießen kann (Gemessene 18 Grad Anfang Oktober). Das ist auch eine wunderbare Zeit durch den Canal du Midi zu schippern, der auf seinen 240 km durch atemberaubende Landschaften das Mittelmeer mit Toulouse verbindet. Auf den „Pénichertes“, den Kähnchen für vier bis acht Passagiere, kann man Kapitän sein ohne einen Bootsschein vorweisen zu müssen.
 
Der deutsche Sprachwissenschaftler Kurt Brenner, der seit 38 Jahren im Langudoc-Roussillon wohnt, sagt: „Ich habe viel von der Welt gesehen. Aber diese Region ist in ihrer Vielfalt einzigartig. Das Meer, die Camargue, die Lagunen, das Bergland, der Weinbau – diese abwechslungsreiche Landschaft hat eine magische Anziehungskraft.“
 
 

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