Meine Schottlandrundreise: Teil 3 - Whisky und Volkslieder

Reisebericht von elli, Reisezeitraum August 2000 nicht bewertet report_rating
Verfasst zur Region: Groß-Britannien  > Schottland Dieser Reisebericht wurde 3519 Mal angeschaut
 
Man kann keine Schottland-Reise machen, ohne eine Whisky-Destillerie zu besuchen. Dass die Menschen besonders in den Highlands gern und viel Whisky trinken, kann ich nach meiner bisherigen Tour gut nachvollziehen. Nachbarn sind aufgrund der dünnen Besiedlung Mangelware, selbst Touristen trifft man nur alle Schaltjahre, das Wetter ist trübe (auch im Sommer meist neblig mit Nieselregen, das wahr gewordene Klischee) – das muss ja aufs Gemüt schlagen. Wie heißt es so schön: „Man kann auch trinken ohne glücklich zu sein“ :)
 
Ich mache mich zunächst auf in Richtung Loch Lomond , einem der schönsten Seen Schottlands . Der Tag soll ja nicht mit Alkohol beginnen :) Die sanfte Landschaft, die sich an diesem Morgen in herrlichem Sonnenschein zeigt, versöhnt mich etwas mit der etwas kargen Naturszenerie und dem schlechten Wetter vom Vortag.
Am Westufer des Loch Lomond kann man gediegen über die A82 fahren. Es gibt viele Rastplätze für Fotopausen oder eine kleine „kulinarische“ Stärkung. Beim Cruisen sollte man den berühmten Song der schottischen Rocker Runrig singen ( http://www.youtube.com/watch?v=axRQBQVPjas ): „You’ll take the high road and I’ll take the low road // And I’ll be in Scotland before you // Where me and my true love will never meet again // On the bonnie bonnie banks of Loch Lomond” :) Ok, eigentlich ist das ein altes Volkslied , aber diese Fassung ist einfach die bekannteste.
 
Doch zurück zum Whisky. Ich fahre mittags zurück in Richtung Inverness , denn ich bin zu einer Führung in der Tomatin-Destillerie angemeldet. Diese kostet nur 2 Pfund und bietet am Ende sogar die Möglichkeit, den 12 Jahre alten Single Highland Malt zu probieren. Es gibt auch noch länger gereifte Sorten (bis zu 25 Jahre alt, die Flasche für knapp 70 Pfund), die aber zu kostspielig sein dürften, um sie Touristen mal eben so im Vorbeigehen anzubieten.
Die netten Damen vom Visitor Center nehmen die Besuchergruppe in Empfang und dann geht es auch schon mitten rein in Theorie und Praxis . Wir lernen: Die Zutaten für einen schottischen Whisky unterliegen sozusagen dem deutschen Reinheitsgebot. Wasser und Gerste – mehr ist nicht nötig. Das Wasser sei in Schottland zudem sehr weich. Dann haben die Waschmaschinen hier also auch keinen Lochfraß durch Kalk, denke ich. :)
 
Gleich vorweg: ich bin keine Biochemikerin und die Führung war in englischer Sprache… Ich hoffe, die nachfolgende Erklärung des Herstellungsprozess kommt ungefähr hin. Leute, die Bio oder/und Chemie schon immer langweilig fanden, sollten diesen Teil überspringen :)
 
Für die Alkoholherstellung muss die Stärke (Polysaccharid, also Vielfachzucker) in der Gerste   in „normalen“ Zucker zerlegt werden, denn Alkohol entsteht durch Gärung aus Zucker. Zuerst kommt das Mälzen („Malting“). Gerste wird in Wasser eingeweicht, dann ausgebreitet und keimt einige Tage. Klingt ziemlich widerlich, ist aber notwendig, damit aus der Stärke Zucker werden kann. Der Keimvorgang wird unterbrochen und die Gerste getrocknet.
Was dabei rauskommt, wird gemahlen und in den „Mash Tun“ (so eine Art riesiger Kochtopf) gegeben. Hierzu kommt drei Mal heißes Wasser unterschiedlicher Temperatur dazu. Es entsteht eine Zuckerlösung („Wort“), die abgekühlt wird. Diese wird in Gärbehälter („Wash Backs“) vergoren. Das dauert dann einige Tage und schließlich ist aus Zucker eine niedrigprozentige Alkohollösung („Wash“) geworden. 
Diese kommt in die Brennblasen („Pott Stills“), wo sie erhitzt wird. Alkohol siedet bei 78 Grad, Wasser erst darüber. So kann man beide Bestandteile trennen, grob gesagt. Destillieren, eben. Bei der ersten Destillation kommt man auf einen Alkoholgehalt von 25 Prozent, bei der Zweiten dann schon auf 70 Prozent. Der fertige Alkohol kommt in Eichenfässer und reift vor sich hin. Je länger, desto besser. Hier bekommt er seine charakteristische Farbe und Würze. Und das funktioniert beim Tomatin wirklich gut, wie die abschließende Verkostung zeigte.
 

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