48 Stunden für Stonehenge & Avalon

Reisebericht von dodo13, Reisezeitraum Mai 2009 Durchschnittliche Bewertung report_rating
Verfasst zur Region: Großbritannien  > Gro?britannien Dieser Reisebericht wurde 2881 Mal angeschaut
 
Melde mich von meiner Reise in die Anderswelt zu meinen keltischen Wurzeln zurück..,. Bin nun nach 1836km (Strecke Wuppertal – Calais – Dover – Südküste Englands – Glastonbury – Stonehenge – Lambourn – Stonehenge – Dover – Calais – Wuppertal) wieder gut und überglücklich zurück in Rheinhausen 

Wir haben super viel erlebt und dabei riesigen Spaß gehabt… Angefangen beim Verpacken der Schüssler Salze … Tante Gabriele nahm einige und packte sie in kleine Plastiktütchen für den Rucksack – um die Döschen nicht schleppen zu müssen… Ich fing an zu lachen und meinte… …käme sicher nicht schlecht, wenn uns die niederländischen Zollbeamten mal auf `ne kleine Visite rausziehen… weiße Tablettchen in Tütchen… …alles gröhlte und dann meinte meine Cousine, es wäre wohl doch besser, die Döschen einzustecken, denn man wüsste ja nie … bei so `nem verlängerten Wochenende und dem Reiseverkehr… ;)

In Calais angekommen – mitten in der Nacht – an der Grenzkontrolle, um zum Fährhafen Einfahrt zu bekommen… Wir geben unsere Perso’s ab, der Beamte mustert uns alle, behält einen Perso zurück und guckt äußerst skeptisch zu Marita… „Marita, your passport…“ … war dann letztes Jahr abgelaufen *ups* …also unser halbes Leben zog in diesem Augenblick an uns vorbei… Habe dann gefragt, was wir nun tun können – er hat etwas gezögert und meinte dann, gaaaaaaaanz ausnahmsweise lässt er sie rein… aber nur dieses eine Mal… Also der Schreck saß uns in den Gliedern, aber wir mussten dann doch ziemlich lachen…

Dann kam die nächste Kontrolle … Gepäckkontrolle… hmmm… wir haben alles gut in mein Auto rein bekommen … „bitte öffnen Sie mal den Kofferraum“ … okay… ich mach die Klappe auf und wie in Zeitlupe im Comic purzelte eine Wasserflasche nach der anderen Fressbüchse und den nächsten Äpfeln und der Klopapierrolle … Klopapierrolle??? … jou, ich hatte eine zur Vorsicht mitgenommen, war auch gut so!!! … aus dem Auto… dann rutschte noch das Fotostativ nach und erschlug fast den armen Grenzbeamten, der sich gerade netterweise daran gemacht hatte, mit mir zusammen die Sachen einzusammeln… Die anderen beiden Kollegen von ihm rollten sich im Hintergrund schon ab… also spätestens da wussten die auf der Insel schon bescheid, dass da so’n paar Irre aus Deutschland kommen… *grööööhl* …naja, und alles, was wir wieder irgendwie ins Auto quetschten, löste eine neue Lawine aus… oh man… das kann man gar nicht beschreiben, dass muss man gesehen haben…

Ich durfte mich dann in die Parkreihe einordnen, die für’s Laden der Fähre vorgesehen war… und wir kamen bereits um 3:40Uhr mit der Fähre rüber, anstelle der gebuchten Fähre um 6:40Uhr… Somit waren wir um 4:10Uhr in Dover… 3 Stunden geschenkt bekommen… töfte… und die konnten wir soooooo gut gebrauchen – das wussten wir nur zu diesem Zeitpunkt noch nicht…

Na und dann ging’s los… Roundabouts… …beim ersten Kreisverkehr habe ich meine Ausfahrt richtig angepeilt und mit viel Konzentration und Zielwasser eine gerade Kurve nach links aus diesem Ding raus gemacht… Habe mich aber schnell wieder dran gewöhnt – auch ans links fahren… Zypern hat da damals schon viel geholfen…

Wir sind im Sonnenaufgang an der Südküste entlang gefahren – saßen totmüde aber glücklich im Auto und staunten über die Häuschen, die Landschaft, die Schafe, die … Roundabouts… Roundabout??? Schon wieder??? Jou… ich habe mit Sicherheit mindestens 1 Million Roundabouts durchkreiselt und mindestens die gleiche Anzahl von Falschfahrern kam mir auf den Straßen entgegen… Oh man… und das kostet Zeit… wir hatten dann (allerdings mit ca. 45 min. Pause) nach rund 4 Stunden Brighton erreicht… sind eigentlich nur rund 150km…

Die Kreidefelsen bei Seaford waren gigantisch… Beachy Head mit seinem Leuchtturm im Meer einfach nur wunderschön… Und als dann der Nebel vom Meer her kam … kein Wunder, dass es dort so viele Sagen und Legenden gibt und vor allem alles so mystisch ist…

Nach weiteren 3 Millionen Roundabouts, Geisterfahrern und Ministaus kamen wir irgendwann nach 15 Uhr (Ortszeit GB) in Glastonbury (Avalon) an… Die Abbey – in der auch Artus und Guinivere begraben sein sollen – haben wir unter die Lupe genommen, viele Fotos geschossen … den Tor jedoch nur mit dem Auto umkreiselt und fotografiert… Es fing an zu fisseln, der Weg hoch ist steil und weit und wir waren einfach auch mit den Kräften am Ende… Diese elendlangen Stunden in den Roundabouts und zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits seit 34 Stunden nicht mehr geschlafen (für mich Schlafratz schon eine Leistung) – bei den anderen waren es auch nur kurze Nickerchen im Auto… Jeder für sich hatte also beschlossen, da nicht noch rauf zu stiefeln – und wer weiß, wie lange die Fahrt zur Übernachtung noch dauert…

Aber alles in allem ist Avalon schon ein ziemlich besonderer Ort – das konnte man sehr gut spüren  Allerdings ist der Ort an sich nicht durch Riten lebendig gehalten. Anders Stonehenge… Da wir es unbedingt einmal gesehen haben wollten und nicht wussten, wie lange der Rückweg am Samstag zur Fähre dauert – fuhren wir auf dem Weg zur Unterkunft „mal eben“ an dem Steinen vorbei. Hätte man uns nicht anschließend versichern können, dass wir über die Autobahnen um London am nächsten Tag schneller in Dover sind (auch bei ggf. Stau), dann hätten wir unseren Stone Circle Access in den Wind geschrieben… Also… wir waren Freitag, den 01. Mai 2009 gegen 18 Uhr in Stonehenge… Einmal Steinchen gucken von außerhalb des Zauns… …Wahnsinn – ein Kraftplatz ohne Ende – eine Ausstrahlung… Kein Bild kann je das ausdrücken, was man da erlebt… Na und um 18 Uhr wird dort geschlossen und diese Sonder-Zutritte (wie wir sie für den nächsten Morgen hatten) starten… Wir durften eine Gruppe in ihrer Vorbereitung auf die rituelle Begrüßung des Sommerhalbjahres beobachten… Druide und …“weiß-der-Geier“… So klasse…

Unsere Fahrt zur Übernachtung führte mitunter durch einen Wald mit – wir haben sie „Hexenbäume“ – genannt… Sowas von verknöchert, dick und seltsam geformt… Kein Wunder, dass auch da wieder ganz viele Sagen und Legenden kursieren und so manch einer früher keinen Schritt in den Wald gewagt hat…

Unser Picknick im Hotel war so richtig … Buffet-Tafel… Wir haben alles aus dem Auto auf einem Sideboard aufgebaut und hatten die absolute Auswahl… Coole Aktion – nur an der Tanke gab’s kein Bier… *grmpf*
Ins Bett sind wir alle 4 wie tote Bären gefallen … 40 Stunden ohne Schlaf und 1050km … Roundabouts mit Geisterfahrern… das haut die stärkste Dodo aus den Latschen… *smile*

Um halb 6 bimmelte mein Handywecker und los ging’s Richtung Stonehenge… In einem Affenzahn, nachdem wir um 10 vor 7 losfuhren, zwischen halb 8 und viertel vor 8 dort sein sollten und mit mindestens 1 Std. Fahrzeit rechnen mussten… hmmm… Fahrzeit… das war auch noch so ne Aktion… Innerorts darf man 30 mph fahren… töfte… sind rund 48 km/h – aber was sind dann 40, 50 und 60 mph? Und vor allem … WANN BIN ICH IN EINEM ORT??? …überall stehen alle Nase lang irgendwelche Radarvorwarnungen und dann auch teilweise die Starenkästen… also Pi mal Daumen überschlagen und dann… hab ich wirklich richtig gerechnet… oh man bin ich müde… wie viel darf ich hier jetzt fahren…??? Scheiß egal… Stone-Circle Access… GAS GEBEN!!!! – ich fahr jetzt Bleifuß – wir haben schon halb 8 und ich hab kein Gefühl dafür, wie lange wir noch bis Stonehenge brauchen…

Wir waren um 20 vor 8 da… ungeblitzt und hellwach vor Freude…
Stonehenge ist lebendig – nach all diesen Jahren… man sagt immer so schön: „wenn Steine reden könnten“ … SIE REDEN!!!!!!
Wenn ich daran denke, habe ich Tränen in den Augen und Gänsehaut (goose-bumps *grins*)
Ganz viel vor Ort sind Krähen, die im Schamanischen ja für die Verbindung zur Unterwelt / Anderswelt / zum Göttlichen stehen (ich brauchte meinen „Kartoffelbrei“ also nicht, war auch kein Nimbus 2000 zu sichten *smile*). Es hat alles so total gepasst!
Wie wir dann aus dem Steinkreis raus gingen, kamen die ersten Busse voller Touris – also immer diese Touris… tztztztz ;) … da wäre keine stille Minute dort möglich gewesen. Trotz der rund 20 Personen während unseres Zutritts war es eine richtig heilige Stille – ganz besonders – und die Sonne strahlte und wir hatten stahlblauen Himmel…
Im Steinkreis zu stehen und auch mal die Steine zu berühren … wer zu normalen Öffnungszeiten kommt, verpasst etwas. Es gibt keine Worte, um das wirklich richtig zu beschreiben…

Auf unserem Weg zur Autobahn und weiter nach Dover haben wir dann noch einen Friedhof unsicher gemacht… Es stehen dort ja wirklich sehr viele alte Grabmale in Form von Keltenkreuzen – die Friedhöfe sehen so schön aus. Auch die alten Dorfkerne… So, wie man es aus dem TV kennt… so ist es echt… Da ist nicht immer nur ne nette Gegend fürs TV rausgesucht… Nee, es ist wirklich fast überall weites, weich-hügeliges Land, viele Schafherden, Felder, Heckenbegrenzungen für Straßen und Felder… Alte, kleine, niedrige Häuschen aus Stein – teilweise mit Reed gedeckt – vereinzelte Cottages, … wie in einer anderen Welt und Zeit…

Übrigens sind die Krähen in GB wohl ziemlich schmerzlos… Saßen am Fahrbahnrand im Gras, Auto düst vorbei, Federn verzausen im Fahrtwind, Krähen gucken etwas „durch den Wind“, bleiben aber locker sitzen und picken weiter… Abstand zwischen Krähen und Auto… ca. 50 – 100 cm (ich tendiere eher zu den 50cm)…

Wir waren nach 3,5 Stunden in Dover (die in unserem Hotel hatte gesagt, sie braucht von sich zu Hause immer ca. 3,5 Stunden bis Dover, aber von Stonehenge ist es noch mal ca. 45 – 60 min. länger / weiter – egal… *grins*). Anstelle um 17:40Uhr, konnten wir schon die Fähre um 15:40Uhr nehmen. Bei strahlendem Sonnenschein, an Deck, gab’s dann zum Abschied das Steilkliff von Dover als Fotomotiv… Und nach Halber Strecke war dann auch schon die Steilküste bei Calais zu sehen…

Ortszeit Calais, 18:00Uhr – wir waren wieder am Festland… Interessant war da für mich, dass es die ersten Kilometer trotz Rechtsfahr-Gebot drüber und drunter ging… und jeder machte, wie er wollte…  …und ich war immer noch bei jeder Geschwindigkeitsvorgabe am Umrechnen, wie schnell ich denn jetzt überhaupt darf ;) … hab’s dann aber auch irgendwann mal wieder geschnaggelt…
Um 22:30Uhr – nach 48,5 Stunden – waren wir dann wieder in Wuppertal. 1836km, 7,1l / 100km Spritverbrauch trotz voller Beladung… totmüde, überglücklich und vollgefüllt mit Erlebnissen… und der Planung für einen nächsten „Crazy-Trip“ … Irland, Cornwall, Schottland – irgendsowas werden wir demnächst mal wieder angehen… dafür werden wir allerdings in Wuppertal dann eine halbe Stunde früher abfahren… *grins*

Dafür dass wir auf engstem Raum diese Zeit zusammen waren und uns nicht wirklich aus dem Weg gehen konnten, um einfach mal abzuschalten… waren wir echt ein Superteam!!! Und wenn man bedenkt, dass es eigentlich das erste Mal ist, dass ich etwas mit meiner Cousine und ihrem Mann unternommen habe… so eng waren wir noch nie – auch nicht in den 12,5 Jahren, die ich Patentante bei ihrer Tochter bin… Das war schon alles ein Glanzstück und gute Führung/Fügung …und um Calais hat mich mein Opa aus Burghaun "im Geiste" begleitet – er war in 1941 im Krieg dort, hat viele Fotos gemacht (woher habe ich das nur geerbt????) und so noch Zeiten dokumentiert, in denen er noch recht fröhlich war (der Krieg hatte da noch nicht so ganz so schlimme Spuren für ihn hinterlassen) … habe meinen Opa ja nie kennen gelernt, er ist in 1944 mit 26 Jahren bei Bobruisk in Weißrussland gefallen (mein Papa hat ihn auch nie bewusst kennengelernt). – auch das war ganz besonders für mich und ich habe Fotos für Vati gemacht, um ihm die Gegend um Calais von „heute“ mal zeigen zu können.

So, das war mein „kleiner“ Reisebericht

 

Bewertungen und Kommentare

littlerose littlerose
11.08.2009
Toller Bericht! Schön ausführlich. Sowas will man lesen :-) report_rating
 
Wenn Sie hier oder sonst wo auf unseren Seiten Spam, anstößige Inhalte oder sonstigen Missbrauch entdecken, klicken Sie bitte hier: Missbrauch melden
Impressum  |  AGB  |  Datenschutz  |  Sitemap |  B2B White-Label Reiseservice
Bitte beachten Sie: die Reisen wurden letztmals am 25.09.2017 - 00:45 Uhr aktualisiert. Alle Preise sind "ab"-Preise, d.h. je nach Verfügbarkeit kann sich der Preis kurzfristig ändern. Aktuelle Sucheinstellung: , früheste Abreise 25.09.17, späteste Rückreise 25.09.17
* Unsere Hotline ist zum normalen Festnetz-Tarif erreichbar und damit mit vielen Festnetz-Flat-Rates kostenlos.