Die ewige Stadt

Reisebericht von DerDaniel, Reisezeitraum September 2006 Durchschnittliche Bewertung report_rating
Verfasst zur Region: Italien  > Latium  > Rom Dieser Reisebericht wurde 2727 Mal angeschaut
 
Wie schon das letzte Jahr stand wieder die Diskussion an wohin unser Urlaub gehen sollte (ich natürlich Badeurlaub bei Sonne und Strand, Sie wollte Kultur).
Ebenfalls wie im letzten Jahr gewann natürlich meine bessere Hälfte und so ging es nach Rom, wobei ich sagen muss, dass ich da auch schon immer mal wieder hin wollte, nach einem Tagesaufenthalt während der Abschlussfahrt.

Dank Billigairline und günstigem Hostel konnten wir auch mit einem überschaubaren Budget auskommen.
Einmal in Fiumicino gelandet, empfing uns gleich der übliche Klima Schock, wenn man aus dem (damals) verregneten Deutschland ins schwülwarme Italien kommt.
Die Bahn zur Statione Termini war schnell gefunden, von hier aus sollte per es Nahverkehr weiter zum Hostel gehen. Zuerst erscheint einem das Liniennetz chaotisch und unübersichtlich, aber man merkt schnell, dass Rom (zumindest die Innenstadt) nicht sehr ausgedehnt ist und dass mit den zwei bestehenden U-Bahnlinien alles schnell zu erreichen ist. Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist hier die Statione Termini, der Hauptbahnhof Roms. Hier ist der einzige Knotenpunkt der U-Bahn und hier starten auch so gut wie alle Bus- und Straßenbahnlinien.

Unser Hostel war klein, unbequem und tagsüber viel zu warm, also genau das richtige um uns täglich wieder aufs neue früh morgens in das hektische Stadt- und Kulturleben zu treiben
Das war aber auch nötig, denn obwohl wir uns eindeutig schon in der Nebensaison befanden, konnte man nur morgens relativ ungestört und ohne Warteschlangen die unglaubliche Anzahl an Sehenswürdigkeiten besuchen. Sobald der Mittag nahte, warfen sich ganze Heerscharen von vor allem unglaublich stereotypischen Amerikanern auf alles was älter aussah als das, was sie kennen, also praktisch ganz Rom.
Vor allem die bekannten Sehenswürdigkeiten, wie das Kolosseum, der Vatikan und das Forum Romanum waren geradezu von Europa-in-5-Tagen Touristen belagert.
Wir mit unseren 7 1/2 Tagen dachten ja, dass wir ganz entspannt alles wichtige besuchen könnten, aber weit gefehlt. Man kann nur dazu raten, sich schon vorher einen Reiseführer zu besorgen und sich das rauszusuchen, was man keinesfalls auslassen möchte, zu mehr kommt man meistens auch nicht, da man sich für vieles einen ganzen Tag Zeit nehmen sollte.

Dazu zählt auf jeden Fall der Vatikan und die vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle.
Schon wenn man die lange Prachtstraße in Richtung des Petersdom entlangläuft, und nach und nach der ovale Platz mit dem Obelisken (der übrigens nicht in der Mitte steht) sichtbar wird, merkt man was der Zweck der gesamten Architektur ist: Imponieren und vielleicht auch ein wenig einschüchtern, was auch vollends gelingt.
Man spürt deutlich die Macht die von diesem Ort ausgeht, auch und vielleicht gerade dann, wenn man nicht gläubig ist. Die lange Warteschlange, die duch die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen ensteht, resultiert nämlich mindestens zur Hälfte durch unzählige Pilgergruppen aus der ganzen Welt.
Die andere Hälfte, nämlich oben beschriebene Tagestouristen, wird oft wieder abgewiesen, da man im Petersdom, wie auch in fast allen anderen Kirchen der Stadt, die Beine und Schultern bedecken muss.
Wenn man dann endlich einen Fuß durch die Tür gesetzt hat, weiß man sofort, dass sich das Warten gelohnt hat. Vor allem wenn sich einzelne Sonnenstrahlen den weg zum Altar bahnen, kann man das Genie der Michelangelos, Beninis und Co erahnen.
Der Eingang zu den Vatikanischen Museen befindet sich einige Straßen weiter, auch hier sollte man früh erscheinen, um langen Wartezeiten zu entgehen. Am Eingang bekommt man den obligatorischen und praktischen Audioguide und man macht sich auf den Weg durch die unzähligen Räume und Gänge die durch ganze Häuser führen. Das beeindruckenste ist, dass an jeder Ecke und in jeder Nische Kunstwerke stehen, für die in Deutschland ein eigenes Museum gebaut werden würden, wie zum Beispiel die Laokoon-Gruppe. Erst gegen Ende, je nach Tempo nach einigen Stunden, betritt man die Sixtinische Kapelle, mit den Deckenmalereien von Michelangelo.

Den schönsten und mit Abstand entspannendsten Tagesausflug hatten wir jedoch außerhalb von Rom, in Ostia Antica. Zuerst unsicher, ob wir wirklich die Strecke mit dem Regionalzug auf uns nehmen sollten, waren wir im Nachhinein froh es gemacht zu haben.
Es scheint, als ob die alte Hafenstadt des antiken Roms nicht in den Reiseführern aus Übersee aufgeführt ist, nur so kann man sich erklären, warum wir am ganzen Tag nur eine Handvoll anderer Touristen sahen.
Dabei kann man nur vielleicht in Pompeji so sehr das Leben der Menschen erahnen wie hier.
Einerseits faszinierend aber auch bedrückend ist, wie alltäglich solche Ausgrabungen in Italien sind und wie sie dementsprechend behandelt werden. In Deutschland würde ein antikes Mosaik hinter Glas und nur aus einigen Metern Entfernung zu besichtigen sein, hier läuft man auf Ihnen, während am Rand die einzelnen Steine schon bröckeln und auf dem Boden verstreut sind.
Da die ganze Anlage überraschend groß ist, findet man immer wieder kleine Ecken und Gebäude, an denen sich wohl am ganzen Tag niemand hin verirrt.

Auch die restlichen Tage vergingen wie im Flug, wir besuchten die Sebastians und Kallixtus Katakomben, in denen noch vor Kurzem tatsächlich noch die Skelette zu betrachten waren, dann natürlich das Kolosseum plus Forum Romanum (nichts im Vergleich zu Ostia Antica), oder schlenderten einfach einen Tag durch Rom durch die Edelmeile Via Condotti zur Spanischen Treppe.
Da meine Freundin gerade das Sakrileg von Dan Brown gelesen hatte, fanden wir auch an jeder Ecke Orte die im Buch vorkamen, wie die Fontana dei Quattro Fiumi auf dem Piazza Navona oder die Kirche Santa Maria sopra Minerva direkt neben dem Pantheon.

Ein unvergessliches Erlebnis, gerade wenn man mit dem Partner Rom besucht, ist das Nachtleben, das vor allem auf den Straßen stattfindet. Auf keinen Fall sollte man vergessen, an der Fontana di Trevi eine Münze über die rechte Schulter zu werfen, damit man wieder in diese wunderschöne Ewige Stadt zurückkehrt.
 

Bewertungen und Kommentare

Britta Britta
01.07.2007
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