Malaysia - Mit dem Leihwagen, Juni 2015

Reisebericht von wevau, Reisezeitraum Juni 2015 nicht bewertet report_rating
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Malaysia


Bangkok
Kuala Lumpur
Taman Negara N.P. + Canopy Walkway
Cameron Highlands + Tanah Rata
Georgetown + Penang
Bangkok

Meine Malaysia-Rundreise im Leihwagen,
mit ein paar allgemeinen Informationen zu Malaysia
am Ende dieses Berichts.

Juni 2015

Diesen Reisebericht mit vielen Fotos findet Ihr
auch auf meiner privaten werbefreien Website
www.wilfi.de




Dienstag, 9. Juni 2015

Welcome to the Show! Alle Leserinnen und Leser sind hier herzlich eingeladen, Platz zu nehmen und meinen neuen Reisebericht zu lesen.

In Frankfurt krabble ich durch ein Wurmloch ins Universum. Eine millionste Sekunde später reißt das Raum-Zeit-Kontinuum auf und spuckt mich schon wieder aus. Völlig überraschend und zum Glück in Krung Theb, Thailand. („Krung Theb“ ist die thailändische Bezeichnung für das englischsprachige „Bangkok“.) Mit dem Flugzeug hätte es mindestens zehn, elf Stunden gedauert.

Nur gut, daß ich inzwischen von meinem Hotel in einen höheren Level eingestuft worden bin und mein großes Gepäck beim letzten Mal dort lassen durfte. So habe ich diesmal nur meinen Backpack (Rucksack) im Handgepäck dabei. Das nenne ich bequem, nein, geradezu komfortabel. (Versteht man das unter „sanftem Tourismus“? Nein, ich weiß es natürlich – ist nur Spaß…)

Dazu paßt, daß mich infolge mehrerer Zufälle ein Auto (ein pieksauberer E-Klasse Benz) der Fluggesellschaft in die Stadt direkt zu meinem Hotel bringt. Gefällt mir. Nicht schlecht bisher. Mein neuer Urlaub fängt jedenfalls schonmal gut an. Der Fahrer hat voll die Checkung und findet mein Hotel auf Anhieb – ohne Navi. Und ohne meine Mithilfe.

Heiß, heißß, heißßß! Wie immer. Bangkok ist immer heiß. Aber jetzt ist ja auch hier Sommer.

Nach dem Einchecken folgen der obligatorische Besuch bei meiner liebgewonnenen Friseurin und ein paar Einkäufe und Erledigungen.

Danach ist es schon bald Zeit fürs Abendessen. Leider ist mein Lieblingslokal wegen Renovierung geschlossen und ich lasse mich mit einem TukTuk in die Soi 33 zum Abendessen fahren. BTW: Taxi saubillig – und meistens eiskalt im Innern. TukTuk etwas teurer, Preis muß sorgfältig verhandelt werden – und heiß mit angenehmem Fahrtwind. Aber auch nicht ganz ungefährlich, so wie sie meistens fahren.

Nach dem Dinner fahre ich natürlich rüber nach Patpong und besuche meine Freunde, ähm, Freundinnen dort in der Ladyboy-Bar an der Ecke, die mich auch gleich mit viel Hallo sehr freundlich umschwärmen. Naja, kein Wunder, ich war ja schon oft genug hier – und war immer großzügig. Sie ham’s ja auch nich leicht…

Ich stelle es übrigens immer wieder fest, die eindeutig schönsten Frauen in Thailand sind oft die, die keine sind. Schier unglaublich, wie hübsch viele von ihnen aussehen - und wie gut sie sich obenrum oft auch anfühlen. Für die, die es interessiert: Einige sind auch untenrum operiert, sodaß sie gar nicht mehr als früherer Mann zu erkennen sind. (Sagte man mir. Zu genau möchte ich es nun lieber doch nicht wissen - oder gar sehen.) Ich bin jedenfalls immer wieder von diesen Anblicken bezaubert. Oder liegt das nur an den zahlreichen Tequilas?



Mittwoch, 10. Juni 2015

Heute sehe ich mir endlich in Ruhe den nicht so sehr bekannten Phallus-Schrein Chao Mae Tuptim an und bin auch ganz alleine hier. So brauche ich mich jetzt hier nicht so zu genieren. Letztes Mal zu Songkran hatte ich ihn ja nicht gefunden. Hier gibt es unter einem uralten mächtigen Banyan-Feigenbaum viele (eregierte) Penisse aus Holz und Stein zu sehen. Chao Mae Tuptim ist ein (weiblicher) Geist, der Frauen bei Fruchtbarkeitsproblemen helfen soll. (Männer können sich übrigens alle Opfergaben sparen, sie bekommen ihr Viagra & Co. in jeder Bangkoker Apotheke…)

Danach besuche ich den riesigen Goldenen Buddha im Wat Traimit.

Und den Tempel des Goldenen Berges Golden Mount Wat Saket.

Die engen Gassen in China Town mit dem ganzen Gedrängel und den vielen „appetitanregenden Leckereien“ sehe ich mir auch an:

Und da man in der Hitze ja auch viel trinken muß, gönne ich mir zwischendurch auch mal ein Bier. Ein dunkles Erdinger. Ja, gibt’s hier! Warum auch nicht, zuhause trinke ich schließlich auch oft und gerne ein Chang aus Thailand.

Auf dem Heimweg lasse ich mein TukTuk im totalen Stau kurzentschlossen stehen und laufe die ein, zwei restlichen Kilometer ins Hotel. Das geht schneller. Man muß halt flexibel denken.

Damit ich mich nicht so alleine fühle, wähle ich mir später zum Abendessen ein paar freundliche Austern und ein paar eiskalte, mir ebenso freundlich zulächelnde Leos aus. („Leo“ ist inzwischen längst mein Lieblingsbier in Thailand).

Der Rest des Abends ist der gleiche wie am Vorabend.



Donnerstag, 11. Juni 2015

Das Leben ist viel zu kurz, um langweilig zu sein - und deshalb soll man aufregende Reisen mit vielen Abenteuern unternehmen. Diesen Rat beherzige ich natürlich gerne und demzufolge habe ich mich vorgestern am alten Don Mueang-Flughafen in Erwartung neuer Erlebnisse kurzentschlossen von ungefähr hundert Euronen getrennt, besteige heute flink und leichtfüßig einen der herumstehenden Flieger und fliege zwei Stunden nach Süden, nach Kuala Lumpur, kurz „KL“, in die Hauptstadt Malaysias. (Soll übersetzt in etwa „Schlammige Flußmündung“ heißen.)

Ich hätte es auch billiger haben können, aber ich mag keine Billig-Flieger. (Eine meiner Devisen: Sparen, ja gerne, Geizen, nein danke.) Ryanair ist das beste Beispiel für deren Methoden; die verar…en ihre Kunden doch nur. Da bezahle ich lieber geringfügig mehr und werde anständig und korrekt behandelt.

Nur, leider, enge „asiatische“ Sitzabstände im Flieger. Manchmal ist es halt auch mal von Vorteil, klein und schmal zu sein. Aber da ich nicht ganz geknausert habe, habe ich wenigstens genügend Platz nach vorne.

Ich wäre ursprünglich lieber direkt nach KL geflogen, aber mein Gepäck war ja noch in Bangkok. Auf der anderen Seite, die zwei Tage Bangkok waren auch nicht schlecht. Ein bißchen Spaß muß sein…

War mir bisher gar nicht bewußt: Der berühmte Sepang F1 Circuit (Großer Preis von Malaysia) liegt hier gleich um die Ecke, äh, schräg gegenüber des Flughafens. Luftlinie einen Kilometer, zu Fahren so um die zwölf Kilometer.

Singapur weiter südlich ist übrigens auch nur noch dreihundert Autobahn-Kilometer entfernt. Aber da zieht es mich (noch) nicht hin, erstmal will und muß ich mich mit Malaysia etwas anfreunden.

Komisch, auf all meinen vielen Fernreisen bin ich nie über den Äquator gekommen – und das wird wohl auch zeit meines Lebens so bleiben. Aber hier bin ich ihm immerhin am nächsten, nur noch dreihundertfünfzig Kilometer sind es bis nach Sumatra - und da läuft er quer durch.

Der Flughafen „Kuala Lumpur International Airport“ (KLIA bzw. KUL) erscheint mir von den Ausmaßen her riesig, Frankfurt und Bangkok kommen mir dagegen klein und bescheiden vor. Alles neu und wirklich sehr weitläufig.

Mit einem Taxi lasse ich mich die ca. fünfzig Kilometer ins Hotel in der Stadtmitte bringen und gewöhne mich dabei schonmal an malaysische Verkehrsregeln. (Man könnte wohl auch „Malaiisch“ sagen.) Natürlich fährt man auch hier links. Auf den Vordermann rückt man gerne bis auf ein paar Zentimeter auf; niemand regt sich deshalb auf. Verkehrsschilder sind zwar lesbar, bleiben aber meistens unverständlich.

Etwas Geld habe ich bereits in Bangkok getauscht; hier hat man Malaysische Ringgit (MYR). Für einen Euro habe ich ca. 4 Ringgit erhalten. Also einfach mit vier multiplizieren/dividieren.

Selamat Datang! (Herzlich willkommen!) Ich werde gleich sehr freundlich im Hotel begrüßt und erhalte ein ganz besonders schönes Zimmer mit angenehmem Bad in der obersten (sechsundzwanzigsten) Etage. Die Aussicht auf den Menara Kuala Lumpur Tower (kurz KL-Tower) und in die Häuserschlucht direkt vor mir ist atemberaubend.

Ein „Teksi“ (in Malaysia gibt es kein „X“) bringt mich abends in die berühmte Jalan Petaling in China Town. Hier gibt es wenigstens ein eiskaltes Tiger-Bier zum Abendessen. Sonst eher nicht, weil hier der Islam Staatsreligion ist. Deshalb heißt es meistens „Sorry, no Alcohol!“.

Danach bummle ich noch durch den quirligen Nachtmarkt und dann bin ich müde und fahre zurück ins Hotel. Ich wußte es schon: Die Taxifahrer wollen ihren „Meter“ nicht einschalten, um mit dem unerfahrenen Ausländer einen möglichst überhöhten Fahrpreis vereinbaren zu können. Deshalb muß man schon mal ein paar verschiedene Taxis anhalten, bis es endlich klappt. Aber ich habe ja in Bangkok schon genügend Erfahrungen mit ihnen sammeln können.

Der nächtliche Blick auf den beleuchteten KL-Tower ist schlicht und einfach überwältigend. Auf meinem Balkon sitzend, genieße ich meine Aussicht und freue mich meines Lebens.



Freitag, 12. Juni 2015

Heute ist Stadtbesichtigung angesagt. Da Karten für die Twin-Towers nur recht umständlich zu erhalten sein sollen, entscheide ich mich für den mindestens genauso interessanten KL-Tower und laufe dazu ein paar Minuten rüber und einen Hügel, den neunzig Meter hohen Bukit Nanas (Ananashügel) hinauf. Mit dem Aufzug geht es vierhundertzwanzig Meter hoch; er ist (oder war) der siebthöchste Fernsehturm der Welt. Superlative sind ja recht inflationär. Irgendwo las ich, daß man auch die Treppe hinauflaufen könnte – aber über zweitausend Stufen…?

Schade, heute ist es reichlich wolkig, die Stadt ist jedoch klar zu erkennen. Meistens. Schön hier oben.

Danach laufe ich wieder ein paar Minuten zu den Petronas Twin Towers („höchste Zwillingstürme der Welt“) hinüber und sehe sie mir von unten aus an. Wahnsinn, wie sie in der jetzt längst herausgekommenen Sonne glitzern und strahlen. Sie sind tatsächlich so beeindruckend wie immer beschrieben. Muß man gesehen haben! Vierhundertzweiundfünfzig Meter. Soo hoch sehen sie von hier unten eigentlich gar nicht aus.

Anschließend fahre ich noch zu ein paar anderen Punkten in der Stadt, um mich dann nachmittags in meinem Zimmer etwas auszuruhen. KL ist noch heißer als Bangkok.

Ich würde abends ja gerne lieber etwas Thailändisches essen, finde auch zwei, drei kleine Restaurants, aber überall nur Moslem-Besitzer, also kein Bier. Deshalb disponiere ich um und lasse mich wieder in die Petaling Road bringen. Und weil ich es schon gestern für gut befunden habe, esse ich im gleichen Lokal wie gestern zu Abend.

Danach muß ich dann tatsächlich mindestens zehn Taxis anhalten, bis ich endlich eines finde, dessen Fahrer bereit ist, seinen Meter einzuschalten; unerfahrene Touristen werden halt gerne mit überhöhten Festpreisen über den Tisch bzw. übers Lenkrad gezogen.

Der KL-Tower und das nebenanliegende Hochhaus werden heute extra für mich farbig beleuchtet. Superschön.



Samstag, 13. Juni 2015

Nach dem Frühstück bekomme ich den bestellten Leihwagen gebracht, einen neuen grauen(!) – sonst ist er immer weiß - Nissan Almera, diesmal mit Rückfahrkamera und zeitgemäßem Entertainment, und fahre einfach meines Weges zweihundertfünfzig Kilometer nach Norden hinauf. Der Verkehr und die Fahrweise ist fast wie in Thailand, allerdings doch etwas geordneter. Rechts Überholen gibt es z.B. eher selten. Schnellerfahren als erlaubt schon. Da ich nicht allzuviel Zeit habe, wähle ich die Autobahn E 8, Richtung Nordost. Die Autobahn ist neu, hervorragend, relativ stark befahren – und kostenpflichtig. In Malaysia muß so gut wie jeder Kilometer Autobahn bezahlt werden, aber die Preise sind noch relativ günstig. Wie auch Benzin. Normalbenzin kostet hier einheitlich an allen Tankstellen im Land um die fünfzig EuroCent. (In Thailand sind es etwa zehn Cent mehr.)

Mein heutiges Ziel ist der Taman Negara Nationalpark. (Ja, ich weiß, das malaysische „Taman Negara“ bedeutet an sich schon „Nationalpark“. Aber doppelt gemoppelt ist ja sowieso oft besser…)

Die letzten fünfzig Kilometer führen auf einer neuen schmalen kurvenreichen und einsamen Landstraße durch den Urwald. Bei Bedarf also besser rechtzeitig vorher Tanken; Tankstellen sind hier in Malaysia nicht so häufig anzutreffen wie nebenan in Thailand. Am Ende der Straße auf der gegenüberliegenden Flußseite winkt mir mein Resort für die nächsten zwei Nächte schon ein freundliches Welcome zu.

Das Auto muß aber erstmal auf einem größeren Parkplatz abgestellt werden. Danach wird man mit einem kleinen Boot samt Gepäck auf dem träge dahinfließenden Sungai Tembeling übergesetzt. Meine beiden Taschen werden gleich in Empfang genommen und mittels Aufzug nach oben und dann mit einem Elektro-Golfcart zum Zimmer gebracht.

Zuhause hatte ich mir bereits ein kleines Holzhäuschen gebucht, das sich als ganz komfortabel herausstellt. Auch das Badezimmer, einwandfrei. Das meine liegt etwas weiter hinten und direkt am Dschungel. An der Rezeption höre ich, daß das Resort komplett ausgebucht ist. Und dabei gibt es hier über hundert Bungalows.

Es blitzt und donnert schon bald. Aus diesem Grund, und weil es drüben in den kleinen Restaurants sowieso keinen Alkohol gibt, bleibe ich gleich hier im Resort fürs Abendessen. Manager und Küchenchef stellen sich mir vor und ich fühle mich gleich gutaufgehoben. Ausnahmsweise trinke ich mein Bier aus der Dose.

Hmmm, ja, gleichzeitig aus zwei Dosen.



Sonntag, 14. Juni 2015

Heute ist ein weiteres Highlight angesagt: Der berühmte „Canopy Walkway“. Ein Baumkronenpfad. Ich habe Glück, denn heute sind nur ganz wenige Touristen unterwegs, deshalb bin ich mit meinem Führer auf dem Weg durch den Dschungel meistens ganz allein.

Schmale, schwankende, an wackligen Seilen befestigte Stege führen in Baumwipfelhöhe durch den Tropenwald. Tokimeku! (Ist Japanisch und bedeutet „Was das Herz hüpfen läßt!“)

Der tief unter mir liegende Urwald ist mit seinen 130 Millionen Jahren das älteste Waldgebiet auf der Erde. (Sieht man ihm aber eigentlich nicht an.)

Schade, das soll hier mit angeblich fünfhundert Metern der weltweit längste hölzerne Pfad (an Seilen) durch die Baumkronen sein, aber die zweite Hälfte ist zurzeit „wegen Renovierung“ gesperrt – und wird es wohl noch lange bleiben, denn Reparaturarbeiten sind nicht erkennbar.

Mein Guide wartet derweil unten und empfängt mich erleichtert am Ende des Canopy Walkways und wir machen uns auf den Rückweg ins Resort.

Hier wird auch ein Ausflug zu den Orang Asli, den Ureinwohnern Malaysias, angeboten. Aber das würde ich aus Prinzip niemals machen.

Nachmittags folge ich daher viel lieber einer Empfehlung des Managers und fahre mit einem Boot den Sungai Tahan zu den Stromschnellen Lata Berkoh hinauf. Auf dem Rückweg lassen wir uns ein Stück ohne Motor treiben und hören dem Wasser und dem Urwald zu. Cool! Viel zu schnell sind wir nach drei kurzweiligen Stunden schon wieder zurück.

Der Abend verläuft wie gestern, allerdings lese ich im Computer, daß es drüben auf der anderen Flußseite doch ein winziges chinesisches Restaurant geben soll, dessen Besitzer hier als einziger eine Lizenz für Alkoholverkauf haben soll. Aber ich bin zu faul – und zu müde – um es auszuprobieren. Zumal mir ein Tapir direkt an meinem Tisch Gesellschaft leistet; leicht erkennbar handelt es sich um ein männliches Tapir. (Will es mich eigentlich neidisch machen…?)



Montag, 15. Juni 2015

Schade, ich muß Abschied vom Dschungel nehmen.

Ich hole das Auto vom Parkplatz und fahre heute weiter in nordwestlicher Richtung, neuen Abenteuern entgegen. Die Straße ist hervorragend und kurvenreich. Eigentlich müßte/wollte ich jetzt auf einem Motorrad sitzen. Es regnet ein bißchen.

Heutiges Ziel ist bzw. sind die Cameron Highlands, ein sehr bergiges Gebiet, circa fünfzehnhundert Meter hoch, mit immer gleichbleibendem Klima, das ganze Jahr über, in dem besonders Tee, aber auch Blumen, Obst und Gemüse angebaut werden. Schlagartig stehen rechts und links Gewächshäuser, natürlich aus Plastikfolie, ebenso unschön wie zahlreich.

Ich finde bald ein großes Hotel in Tanah Rata. (Eins ist wie’s andere, es gefällt mir nicht besonders, aber warum soll ich noch weitersuchen, wenn sie doch alle gleich sind?) Denn alle Hotels sind hier groß, sehr groß oder riesig; neue, noch größere werden überall noch dazu gebaut. An ein kleines Resort, wie ich sie so gerne habe, ist hier nicht zu denken. (Oder man müßte vielleicht besser planen und vorher recherchieren.) Mein Zimmer in der obersten fünften Etage ist sehr groß und ordentlich. Kostenlos dazu gibt es Aussicht ins Tal und auf den Golfplatz.

Später suche ich mir im Nachbarort Brinchang, wie jetzt schon gewohnt, ein chinesisches Restaurant, wo es Bier gibt. Nur gut, daß ich ein weiches Herz habe: Meine Regenjacke hatte vor der Abreise herzergreifend gefiept, weil sie unbedingt mitgenommen werden wollte. Jetzt regnet es in Strömen und sie leistet mir hilfreiche Dienste. Dabei wollte ich sie eigentlich einfach zuhause lassen, um Platz im Rucksack freizuhalten. Man weiß ja nie, was unterwegs noch alles dazu kommt. Und meinen schon lange vernachlässigten Pulli hole ich auch heraus. Und Söckchen. Naß und kalt, wer mag das schon?



Dienstag, 16. Juni 2015

Obwohl mein Zimmer so schön ist, tausche ich es; der Teppichboden ist etwas fleckig und gefällt mir nicht. Im neuen Zimmer gleich gegenüber des Ganges habe ich einen glatten, sauberen, blankpolierten, hölzernen Fußboden. Und beides sind Eckzimmer mit Balkon und viel Aussicht.

Um die Gegend besser kennenzulernen, bestelle ich mir für elf Uhr ein Taxi ans Hotel. Der indische Hindu-Taxidriver - alle Taxifahrer sind hier offenbar Inder - verspricht mir mit seinem hervorragenden Englisch, die Gegend etwas näherzubringen und fährt mich dazu durch die riesigen Teeplantagen auf einer sehr schmalen desolaten und stark kurvigen „Straße“ einen steilen Berg zu einem Viewpoint auf dem Gunung Brinchang hinauf. Vor jeder Kurve muß gehupt werden; falls ein Auto entgegenkommt, gibt es regelmäßig Probleme mit dem aneinander Vorbeifahren. Vor allem, wenn es offensichtlich unerfahrene Touristen in ihren Leihwagen sind. Tiefe Bodenwellen kratzen gerne mal am Fahrzeugboden.

Klar, hier oben herrscht Nebel, wir sind ja auch schlappe zweitausend Meter hoch, und ebenso logisch, beim Runterfahren klart es oben auf. Wenn ich sonst auch immer Glück habe und von oben beschützt werde, mit solchen untergeordneten oder nebensächlichen Dingen habe ich oft nicht so viel Glück. (War ja auch schon vor ein paar Tagen auf dem KL-Tower so. Sobald ich wieder unten war, kam die Sonne raus.) Trotzdem, ich besteige auch noch den hölzernen kleinen Aussichtsturm. Beim Raufkraxeln denke ich mir, so ein wolkenverhangener Aussichtspunkt ist ebenso prickelnd wie Venedig bei Hochwasser, oder der Grand Canyon bei Regen, oder der Eifelturm bei Schneetreiben…

Danach sehe ich mir den „Mossy Forest Jabatan Perhutahan“ an. Hier führt ein langer treppenreicher Holzsteg durch den immerfeuchten Regenwald; sämtliche Bäume sind mit dickem Moos überwachsen, das manchmal sogar trampolinartige, unzerreißbare Matten bildet. Auch hier bin ich ganz alleine. Ich würde gerne noch etwas länger herumlaufen, aber mehr als zwanzig Minuten hat mir mein Taxifahrer nicht genehmigt, deshalb muß ich dann bald umdrehen. Auf jeden Fall bekommt der Mossy Forest eine dicke Empfehlung von mir! Und Jeder, der diesen Ort nach mir besucht, sollte ein, zwei Stunden, wenn nicht noch mehr, einplanen.

Irgendwo habe ich gelesen, daß sich hier, ausgerechnet hier, damals der berühmte, stinkreiche Seidenhändler Jim Thompson aus Bangkok in den 60er Jahren verlaufen haben soll und nie mehr aufgetaucht ist. Eine ganze Reihe Geschichten und Verschwörungstheorien ranken sich um sein anschließendes Schicksal – falls es das überhaupt gegeben hat. Und für den Fall, daß er hier wirklich tödlich verunglückt sein sollte – einen schöneren Ort dafür kann ich mir kaum vorstellen.

Die vielen verschiedenen Grüntöne der weiten Teeanbauflächen sind einfach faszinierend. Besonders, wenn die Sonne mal durchkommt. Einfach unglaublich! Ab und zu sieht man Leute die obersten zarten grünen Blätter ernten und in große Säcke stopfen. Das „Pflücken“ erfolgt zwar inzwischen mit Hilfe einer Schneidemaschine, ist aber sichtlich noch immer sehr mühsam; „Abzupfen“ wie früher ist endgültig vorbei.

Es folgen Besuche in einer Teefabrik, in einem Butterfly-Park, (bin ja selbst einer, sagt man), und der Besuch einer Strawberry-Farm mit entsprechenden Kostproben. Ich mag ja sonst keine Erdbeeren, aber hier muß es natürlich sein – solange es nur keine Erdbeermarmelade ist.

Nach der Besichtigung eines kleinen Wasserfalls reicht es mir und ich lasse mich zurück ins Hotel bringen. (Wer will, kann sich auch noch eine der vielen „Honeybee-Farmen“ ansehen und Honig kaufen.)

Eintragung im Tagebuch: Bin um halb drei zurück, mein Zimmer ist kalt, Heizung gibt es keine. Friere.

Nach einem ruhigen, bettdeckeneingemummelten Ausruhnachmittag folgt das Abendessen an gleicher Stelle wie gestern, diesmal aber ohne Regen. Immer noch empfinde ich es als saukalt. Gegen meine Einstellung sitze ich deshalb lieber weiter hinten im Inneren, zumal man hier auch Rauchen darf.



Mittwoch, 17. Juni 2015

Die Cameron Highlands waren interessant, jetzt will ich es aber wieder heiß haben. Deshalb fahre ich auf einer erneut kurvenreichen, sehr guten Straße zurück in wärmere Gefilde, erst nach Ipoh, wo es längst wieder gewohnt (und erwünscht) heiß ist, und dann auf der neugebauten Nord-Süd-Autobahn A 1 weiter nach Norden hinauf, und schließlich über die spektakuläre „Penang Bridge“ nach Georgetown auf der Insel Penang. Von weitem grüßen unzählige Hochhäuser, fast wie in KL. Malaysia erscheint mir sehr oft noch deutlich moderner als Thailand. (Oder soll ich sagen: Zivilisierter? Mit allen Vor- und Nachteilen.)

Obwohl die Stadt offenbar nur aus Einbahnstraßen zu bestehen scheint, führt mich mein GPS dankenswerterweise auf direktem Weg zu meinem kleinen, nein, zu meinem winzigen Hotel, das nur zehn Zimmer anbietet. Aufpassen: An vielen Kreuzungen sind Rotlicht-Kameras aufgebaut und warten nur darauf, unbedarfte Touristen abzuschießen.

Fällt mir immer wieder auf: Fast jeder fährt hier Auto, die beeindruckende Fülle an Zweirädern wie in Thailand gibt es nicht in Malaysia. Auch nicht in den ländlichen Gegenden.

Ich werde recht freundlich empfangen und bin ob dieser Herzlichkeit sofort begeistert. Ein so kleines schnuckeliges Hotel habe ich schon lange nicht mehr gehabt. Der hausgebackene Schokoladenkuchen ist hervorragend.

Danach nutze ich den Nachmittag, um mir die Stadt, den achtzehn Meter hohen Clocktower (Uhrturm) und das (wenig ergiebige) Fort Cornwallis anzusehen. Parksünder werden eifrig mit Strafzetteln belohnt.

Logisch, hier in der Großstadt gibt es problemlos überall alkoholische Getränke zum Abendessen. Ein paar Tequilas mit ein paar neu gefundenen Freunden runden einen aufregenden Tag und besonders den Abend ab.

Mein Bett ist das breiteste meines Lebens, wahrscheinlich vier, fünf Meter breit, ohne (spürbaren, sichtbaren) Ritz in der Mitte. Wahnsinn. Frieren muß ich nicht mehr.



Donnerstag, 18. Juni 2015

Heute mache ich eine Inselrundfahrt, wobei es aber nichts wirklich Spektakuläres zu sehen gibt. Keine besonderen Vorkommnisse oder gar Erlebnisse. Außer einer anfangs im Norden etwas kurvenreichen Strecke.

Außerdem sehe ich mir einen riesigen und prächtigen buddhistischen Tempel, den Wat Chayamangkalaram, und den mindestens genauso sehenswerten burmesischen Dharmikarama-Tempel gleich gegenüber an.

Nebenbei, der diesjährige Ramadan beginnt heute. Interessiert mich zwar nicht, aber trotzdem werde ich mehrmals darauf hingewiesen, ob ich will oder nicht.

Abendessen gegenüber des Hotels. Also fast wie gestern Abend. (Ja, ihr lieben sympathischen Korinthenkacker und Erbsenzähler, Ihr habt recht, richtig heißt es „gegenüber dem Hotel“. Das mag ich aber nicht! Ich bin ja ein Freund und Liebhaber des Genitivs!).



Freitag, 19. Juni 2015

Schade, dieses kleine Wohlfühl-Hotel verlasse ich auch schon wieder äußerst ungern. Aber alles Jammern und Wehklagen nutzt nichts, ich muß zurück, nach Süden, vierhundertfünfzig langweilige Autobahn-Kilometer nach Port Dickson liegen heute vor mir.

Diesmal nehme ich die ganz neue und fast leere, vor einem Jahr eröffnete, „Sultan Abdul Halim Muadzam Shah Bridge“, die man aber aus leicht nachvollziehbaren Gründen gerne auch „Second Penang Bridge“ nennt. Gebühr muß man beim Rausfahren nicht entrichten; ist ja öfter so. Immerhin beachtliche vierundzwanzig Kilometer lang. Da will man gar nicht wissen, was sie gekostet hat. Und kaum jemand benutzt sie.

Nach ein paar Stunden Fahrzeit sehe ich mir in der Nähe Kuala Lumpurs die Batu Caves an. Das ist hier ein bedeutender riesiger Hinduistischer Tempel, der Sri Subramaniam Tempel. Eine lange steile Treppe mit zweihundertsiebzig Stufen führt hinauf in eine riesige Kalksteinhöhle mit zahlreichen Hindu-Statuen.

Ich bekomme es hier mal wieder in Erinnerung gerufen, ich hatte es schon fast vergessen: Die Treppenstufen sind etwas anstrengend. Der Schweiß strömt. (Aber bevor der eine oder andere Leser jetzt hämisch grinst - erstmal nachmachen! In dieser Hitze! Und mit dieser Schnelligkeit!) Aber, Altwerden ist halt trotzdem doof! Ich wäre viel lieber jung und blöd, als alt und weise! Es gibt einfach nichts Gutes daran, alt zu werden. Altwerden ist, ich bitte um Entschuldigung, es ist einfach Sch…e. Da kommst Du nicht mehr raus! Mit tödlicher Sicherheit…

Mit nassen durchgeschwitzten Klamotten geht es weiter durch KL, meistens auf etwas verschlungenen Autobahnen. Wieder habe ich Glück und erwische in dem ganzen Gewusel stets die richtige Fahrbahn.

Wahnsinn, hier stehen ja noch viel mehr sensationelle Hochhäuser und Wolkenkratzer als in Bangkok, und da waren es schon wirklich viele. Logisch, überall werden noch neue Skyscrapers dazugebaut.

Erfreulich: Radar und Laser gibt es hier in Malaysia wohl eher selten, ich habe nur einen einzigen (festinstallierten) Blitzer an der Autobahn kurz vor Georgetown gesehen.

Mein Zielpunkt ist danach bald erreicht. Ich habe mir einen Bungalow „auf dem Wasser“ gebucht; er steht mit vielen anderen auf Stelzen in einer Bucht und hat zwei dicke Glasplatten im Boden, durch die man das Meerwasser und manchmal sogar ein paar kleine Fische sehen kann. Kostenlos dazu gibt es einen bilderbuchmäßigen Sonnenuntergang.

Das aus inzwischen bekannten Gründen in einem chinesischen Lokal eingenommene Abendessen ist „nothing to wright home about“, mit anderen Worten, es ist das mir „am wenigsten wohlschmeckende“ Dinner dieser Reise. Obwohl ich vorher extra noch ein bißchen herumgefahren bin, habe ich jetzt im Dunkeln einfach nichts Besseres finden können. Schon gar nicht an der Waterfront.

Klar, ich kann darüber nur noch schmunzeln, es ist unvermeidlich: Im Bad habe ich nur kaltes Wasser, zwei Monteure vom Housekeeping müssen vor dem Schlafengehen kommen und eine Reparatur durchführen…




Samstag, 20. Juni 2015

Endlich, es gibt endlich mal wieder ein Super-Frühstück mit allem Drum und Dran. Aber leider wissen das auch die vielen tausend Fliegen; sie laben sich echt an allem und vermehren sich sekündlich. Vor meinen Augen.

Ich fahre eine dreiviertel Stunde zum KLIA 2-Airport, gebe das Auto ab (2.080 km gefahren) und fliege zurück nach Bangkok. Diesmal sitze ich in der besonders bequemen ersten Reihe.

Am Don Mueang-Airport steht schon mein nächstes Auto bereit. Wieder der bekannte weiße Almera, aber mit Normal-, sprich Billig-Ausstattung, also „ohne Alles“. Ich folge jetzt einer früheren Einladung und fahre nach Nong Khae in der Nähe Bangkoks zu neuen Freunden, die mich gleich herzlich begrüßen.

Wie so oft in Thailand, haben sie aber nichts vorbereitet oder gar zu Essen für mich im Haus und wir fahren erstmal alle zusammen zu einem kurzen Einkauf in den nächsten 7-Eleven und Tesco Lotus nebendran. Und auf den Markt.

Der Abend wird dann noch recht feuchtfröhlich.



Sonntag, 21. Juni 2015

Einen dicken Kopf kenne ich ja in der Regel nicht, deshalb lasse ich mir das selbsteingekaufte Frühstück gut schmecken.

Mittags bekomme ich die ultimative Massage, die absolute Super-Dooper-Massage. Eine ältere Lady fügt mir zwar zwei volle Stunden lang ununterbrochen Schmerzen bei, drückt mit ihren Händen, Unterarmen, Ellbogen und Knien auf meinem Rücken und überhaupt überall auf, an und in mir herum, läuft und trampelt sogar auf mir herum, und kennt einfach keinerlei Gnade. Aber, es hilft mir ganz eindeutig, anschließend und im Laufe der nächsten Stunden geht es mir immer besser. Sämtliche Blockaden sind beseitigt, alle Säfte kreisen wieder so wie sie sollen und wie von der Natur vorgesehen. Alle bisherigen Massagen meines Lebens kann ich abhaken und vergessen. Die waren nur mehr oder weniger angenehmer Zeitvertreib und keine wirkliche Hilfe. Damit derweil niemand der Familie auf schlechte Gedanken kommen kann, muß die Zimmertür ständig offen stehen bleiben – bei laufender Klimaanlage im Zimmer. Aber Strom ist ja billig, deshalb wird er überall verschwendet.



Montag, 22. Juni 2015

Oon, so heißt die Massage-Lady, gibt mir heute die zweite Massage, diesmal mit zwei „Massagestempeln“, die in einer Art Kochtopf erhitzt werden. Im Wechselspiel wird mit einem gearbeitet, während der andere gerade neu aufgeheizt wird. Baumrinde und verschiedene Kräuter sind mit Stoff umwickelt. Eines weiß ich jetzt: Ich will nie mehr eine Massage von jemand anders! Nie mehr!

Da ich während der Massage ausreichend Zeit habe, um darüber nachzudenken, hier noch ein paar Allgemeine Informationen zu Thailand:

- Sehr schlimm und deprimierend, für uns geradezu unglaublich: Auf dem Dorf verbrennt jeder seinen kompletten Hausmüll direkt vorm Haus! Mit allem Drum und Dran!!
- Thailand im Sommer: Sehr heiß oder glühendheiß. (Ja, wie in Malaysia.)
- Toastbrot gibt es nur selten.
- Dafür dann aber auch manchmal Nutella. Kommt hier aus Australien.
- Unser Maggi gibt es hier auch.
- Ritter Sport, Toblerone, Lindt u.v.a. gibt es auch überall.
- Wasser ist oft weg. Oder nur schwach; vor allem morgens.
- Strom auch. Gerne auch abends. Komisch: Licht fällt aus, aber der Fernseher läuft ganz normal weiter. Dabei gibt es nur einen Stromkreis.
- Weichgekochte Eier? Was ist das denn? Kennt man hier in Thailand nur halbroh und glibbrig-schleimig.
- Salz und Pfeffer fürs Ei? Vergiß es, wird vom überall gegenwärtigen Ventilator sofort weggeblasen.
- Besteck ist aus Blech, es verbiegt sich schon nur beim Ansehen, Messer gibt’s oft gar nicht im Haushalt. Oder im Restaurant auf dem Land. Gegessen wird mit Löffel (rechts) und Gabel (links). Oder mit Stäbchen. Alles.
- Waschmaschinen sind hier oft sehr einfach, um nicht zu sagen, primitiv. Aber dafür sind sie auch billig.



Dienstag, 23. Juni 2015

Ich bedauere es außerordentlich, mein Herz blutet, mein Körper lechzt danach, aber die bestellte dritte und vierte Massage muß ich einfach canceln. Es wird mir hier etwas langweilig und ich habe Lust, stattdessen lieber nochmal nach Bangkok zu fahren.

Mein Zimmer in meinem Lieblingshotel ist frei. Kurzentschlossen verabschiede ich mich von meinen Freunden - nicht, ohne versprochen haben zu müssen, wiederzukommen.

Abends gibt es zarte Austern und danach ein indisches Thali. Als Nachtisch Silomraod, Patpong und Tequila wie gehabt. Also wieder ein recht lustfreundlicher und abwechslungsreicher Abend.



Mittwoch, 24. Juni 2015

Heute bleibt das Wasser mittendrin beim Duschen plötzlich kalt. Es stellt sich heraus, daß der Durchlauferhitzer ausgefallen ist. Einfach so. Ich kann wirklich nichts dafür, es zieht sich wie ein roter Faden durch meine Reisen. Es folgt eine größere Aktion, bis er erneuert worden ist.

Deshalb lasse ich die beiden Monteure alleine und fahre in die Stadt und danach zum Erawan Museum, einem der schönsten Besichtigungsorte Bangkoks, etwas außerhalb, im Süden der City.

Von dort fahre ich (eine Stunde lang, der Taxifahrer muß am Ende mehrmals fragen, sowas gibt’s oft) zum Wat Benchamabophit, dem weißen Marmortempel im Stadtteil Dusit; den Tempel kennt hier kaum jemand. Schade, denn er ist wundervoll anzusehen.

Dann noch die quirlige Khaosan Road in der Nähe mit ein paar kleinen Einkäufen. Ich hätte eigentlich Lust auf ein kleines Tattoo, lasse mich fast Überreden, verschiebe es dann aber doch aufs nächste Mal. Aber nächstes Mal bin ich dran…

Der Rest des Abends ist der gleiche wie zuvor. Nur die Nacht wird heiß, sehr heiß, viiiel heißer als sonst - die Klimaanlage schafft es nicht.



Donnerstag, 25. Juni 2015

Schade, es geht dem unausweichlichen Ende zu. Ich habe aber bereits eine Einladung eines neuen Freundes in der Nähe von Buriram.

Ich sage meiner guten Freundin Udi endlich mal wieder Guten Tag und sehe mir schließlich noch den berühmten Baiyoke Tower an. „Höchstes Gebäude Thailands“. Ich hatte es schon oft vor, aber nie genügend Zeit dafür. Mit zwei Aufzügen geht es auf dreihundert Meter Höhe hinauf. Diesmal habe ich endlich auch das nötige Quentchen Glück und somit eine herrlich klare Aussicht auf die sonnenbestrahlte Stadt, aufs Land und auf den Erdkreis hinaus. Die Aussichtsplattform dreht sich (vergleichsweise schnell, irgendwo habe ich gelesen, daß man in fünf Minuten man einmal rum ist) und man steht dabei wirklich im Freien.

Dann mache ich mich langsam auf den Weg zum Flughafen.

Naja, bisher ist ja alles gutgegangen - deshalb muß doch schnell noch etwas Schlimmes passieren: Ich habe Feindberührung! Zusammenstoß mit einem Motorradfahrer! Und das mitten im rush hour-Verkehr. Ich war einen Wimpernschlag lang unaufmerksam. Er aber auch! Während des Aussteigens läuft der unvermeidliche Film ab: Polizei, Krankenwagen, Polizeirevier, Verhaftung, gestrichener Heimflug, viel Geld, Drama, Katastrophe! Mit einem Wort, ich kann mich aufhängen! In Thailand ist grundsätzlich der Ausländer an sämtlichen Unfällen im Straßenverkehr schuld!

Aber mit einem Blick stelle ich erleichtert fest, mal wieder Glück gehabt, nicht viel passiert! Buddha hat seine Hand schützend dazwischen gehalten. Der Motorradfahrer ist noch nichtmal umgekippt, also alles nochmal gutgegangen. Die Gummi-Schleifspuren am hinteren Kotflügel kann ich nachher bestimmt beim Volltanken des Autos an der Tankstelle relativ leicht mit Benzin und einem Lappen abrubbeln. (Und so geschieht es auch, keine Beanstandung bei der Rückgabe des Autos.) Danke, mein lieber guter gütiger Buddha! Sorgenschweißabwisch.

Das hätte auch wirklich schlimm ausgehen und mein Leben ernsthaft verändern können! Ich muß einfach mehr aufpassen und darf nicht mehr so sorglos durch die Gegend fahren à la „mir passiert ja nichts!...“

Das Einchecken ist problemlos und der Weg zum Gate auch - inzwischen weiß ich ja, wo und wie ich etwas rascher durch die umständlichen und oft nervtötenden Paß- und Sicherheitskontrollen komme.

Im Flieger gibt es die vorgewärmten Nüßchen wie schon beim Hinflug auf einem ebenso vorgewärmten Porzellanteller. Ich weiß gar nicht, warum sich manche Leute darüber so aufregen…



Freitag, 26. Juni 2015

Planmäßig erreiche ich Frankfurt und bin wieder schnell zuhause.

Also alles wieder okey-dokey. Eine wunderschöne Reise mit hohem Spaßfaktor und vielen neuen, aufregenden Erfahrungen. Ich würde die Reise am liebsten gleich nochmal wiederholen. Ohne jegliche Änderung. Malaysia hat echt viel Freude gemacht. (Ganz im Gegensatz zu meiner kürzlichen Reise nach Dubai und Abu Dhabi, da möchte ich nie wieder hin.)

Und das war ja jetzt nur die Hälfte des Landes, (und davon auch nur eine winzige Facette); die andere Hälfte, Ost-Malaysia, liegt gegenüber, durch das Südchinesische Meer getrennt, auf Borneo.

Aber die Königin meiner Lustziele wird natürlich bestimmt noch lange Zeit mein geliebtes Thailand bleiben. Nichtsdestotrotz, für eine meiner nächsten Reisen nach SOA habe ich jetzt schonmal Kambodscha ins Visier genommen.

Unterwegs aufgeschnappt: Manchmal kosten die schönen Dinge des Lebens nicht die Welt. Stimmt.

Kleiner Trost nach meiner Rückkehr: Zuhause umfächelt mich die gleiche Hitze wie unterwegs. Über 35 °C! So liebe ich es!




Hier noch ein paar Allgemeine Informationen zu Malaysia:

Benzinpreis um die 2 MYR/Ringgit = fünfzig Eurocent
Es herrscht Linksverkehr.
Strom 220/240 Volt.

Eurostecker passen in der Regel irgendwo im Zimmer (Bad) in eine Steckdose. Ich hatte jedenfalls keine allzu großen Probleme. Adapter werden empfohlen; wer keinen hat und unbedingt einen haben möchte, kann sie überall kaufen.

Die Preise sind hier in Malaysia oft deutlich höher als in Thailand. Besonders unangenehm für Alkoholiker: Ein kleines Bier kostet gerne umgerechnet unverschämte drei Euro und mehr. Grund dafür ist das überspannte (und widersprüchliche) Verhältnis der Moslems zum Alkohol.

Malaysia war lange von den Briten besetzt. Deshalb spricht man hier oft sehr viel besser Englisch als in Thailand.

Vor der Reise habe ich gelesen: Malaysisch wird in westlicher Schrift geschrieben, sodaß Hinweis- und Ortsschilder leichter zu lesen sind. Das stimmt soweit. Aber nur für Leute, die malaysisch sprechen. Für mich sind sie immer unverständlich geblieben und könnten auch in Chinesisch sein. Deshalb ist auch ein GPS (sprich Navi) unverzichtbar! Und eine gute Landkarte ja sowieso!

Irgendwo gelesen: Pro Jahr fliegen etwa 500.000 Deutsche nach Thailand, aber nur 80.000 steuern das südlich angrenzende Malaysia an.

Zum Wetter hatte ich vorher gelesen: Jetzt im Juni an der Ostküste warm, trocken und sonnig. An der von Touristen eher bevorzugten Westküste soll es um diese Zeit wegen des Monsuns viel (warmen) Regen geben. (Ist der in Wirklichkeit nicht viel später im Jahr? November bis Januar?) Regen hatte ich kaum, nur einmal hat es abends nennenswert geregnet. Aber zum Klima gab es sowieso reichlich widersprüchliche Aussagen. Also, nichts Genaues weiß man nicht, wie so oft. Ich hatte vorher auch gar nicht groß drüber nachgedacht.

Touristik: An der Westküste perfekt und überhaupt so, wie man es sich als braver Reisender wünscht. An der Ostküste eher nachlässig, uninteressiert, oft mangelhaft. (Da passen fast alle negativen Synonyme.) Dazwischen ist es mal so, mal so. Logisch...

Abstriche, die westliche (thailanderfahrene) Touristen in Malaysia vor allem machen müssen, gelten in erster Linie wohl zwei Dingen: Ausschweifendes Nachtleben mit großen Rotlichtvierteln wie in Bangkok, Pattaya, Phuket, dürfte es hier (und dann auch nur in KL) wohl nicht geben. Und junge Leute, die wilde Strandpartys mit viel billigem Bier/Alkohol suchen, werden sich hier bestimmt auch nicht wohlfühlen. Wie schon erwähnt, der öffentliche Alkoholausschank wird in diesem islamisch geprägten Land streng bevormundet.

Doch wer sich eher für asiatische Kultur und Geschichte, für schöne Landschaften und ursprüngliche Natur interessiert, wird Malaysia schnell schätzenlernen und sich an der Schönheit dieses Landes erfreuen. Mir persönlich genügt aber vorerst der einmalige Besuch dieses Landes. Ich fühle mich unter Moslem-Leuten nie so richtig wohl. Das buddhistische Thailand wird bestimmt für mich immer die erste Wahl bleiben.

Ich danke allen Leserinnen und Lesern, die bis ans Ende durchgehalten haben, und ich hoffe, Ihr hattet Spaß an meiner Show. Deshalb rufe Euch allen zu: Probiert es doch selbst mal aus, macht es mir nach, reist herum solange Ihr könnt! Es ist gar nicht so teuer wie Ihr denkt!

Diesen Reisebericht mit vielen Fotos findet Ihr auch auf meiner privaten werbefreien Website

www.wilfi.de


 

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