Ein Wochenende in Wien: Sissi, Schönbrunn und der Naschmarkt
| Reisebericht von Jojo, Reisezeitraum September 2002 | Durchschnittliche Bewertung ![]() |
| Verfasst zur Region: Österreich > Wien | Dieser Reisebericht wurde 1358 Mal angeschaut |
| Wir hatten Lust auf einen kleinen Urlaub. Er sollte nicht zu weit gehen, nicht so wahnsinnig viel kosten, aber einiges Sehenswertes bieten. Also eine Städtereise. So verbrachten wir im Herbst 2002 ein Wochenende in Wien. Unser Hotel hieß Praterstern, war schlicht, aber empfehlenswert. Da wir wenig Wert auf Luxus und dergleichen legen und das Hotel außerdem nur zum Schlafen und vielleicht auch Essen nutzen wollten, war es vollkommen in Ordnung. Die U-Bahn Station war fünf Minuten Fußweg entfernt. Einmal liefen wir zu Fuß ins Zentrum, was dann doch eine halbe Stunde in Anspruch nahm. Obwohl der Prater, der weltbekannte, rummelähnliche Freizeitpark nicht weit entfernt vom Hotel lag, verzichteten wir auf einen Besuch. Achterbahnen und Co. reizen uns kaum. Wenn man Wien erkunden will, so kann man das ganz bequem mit der Straßenbahn machen. Dank der Wienkarte, die man an allen Touristeninformationen bekommt, kann man für 16,90 Euro insgesamt drei Tage lang (72 Stunden) umsonst mit Bus, U- und Straßenbahn fahren, außerdem gibt es Ermäßigung auf den Eintritt in viele Sehenswürdigkeiten. Wir schlenderten die belebte Einkaufsstraße hinunter. Dank der warmen Herbstsonne war hier einiges los. Schließlich kamen wir an den Maria-Theresien-Platz. Hier warteten zwei prachtvolle, säulengestützte Renaissancebauten auf uns, einander genau gegenüber stehend. Wie sich herausstellte, beherbergten sie das Kunsthistorische, sowie das Naturkunde-Museum, umgeben von schön angelegten Grünflächen. Doch uns zog es weiter zu den kaiserlichen Gemächern der Hofburg. Sissi lässt grüßen. Neben zahlreichen Bildern von ihr und Franz Joseph konnte man Massen an Porzellan und Tafelsilber bestaunen. Wehe, wenn da mal ein Teller runterfällt! Wir waren auf den Geschmack gekommen, also musste auch ein Besuch im Kloster Schönbrunn sein. Durch eine weitläufige, gepflegte Gartenanlage gingen wir gemächlich auf die auf einer Anhöhe thronende Sommerresidenz zu. Fast wären wir gar nicht bis dort hin vorgedrungen, denn allein der Park bot einen prächtigen Anblick. Langgezogene Seen, Wasserspiele, von mythologischen Gestalten geschmückte Brunnen, kunstvoll angelegte bunte Blumenbeete, satte grüne Rasenflächen. Im Schloss selbst war dann auch wahnsinnig viel los. Für acht Euro stolperte man gezogen von der Masse an Menschen von barockem Raum zu barockem Raum. Üppig, goldglänzende Kronleuchter, strahlende Spiegelreihen. Das war der Haupteindruck. Unserer Meinung nach hatten wir uns eine kleine Belohnung verdient, deshalb ging es zum Naschmarkt. Auch hier war viel los, doch diesmal ließen wir uns nicht stören. Das Angebot und vor allem die Düfte waren überwältigend. Alles, was das Herz begehrt, ist hier zu haben, denn der Markt unterteilt sich in verschieden Abschnitte: Wurstwaren, Käsewaren, Getreide, Obst und Gemüse, Gewürze. Auch den Stephansdom, von den Einheimischen liebevoll Steffel genannt, besichtigten wir. Immerhin gilt er als das Wahrzeichen Wiens. Das hoch aufragende gotische Gebäude war prachtvoll anzusehen. Da wir annahmen, dass sie Aussicht von dort oben erst recht schön sein müsste, fuhren wir dem Fahrstuhl auf den Nordturm hinauf. Von der Plattform aus hatte man tatsächlich einen beeindruckenden Blick, weit über die Dächer Wiens! Gerne wäre meine Freundin auch mit dem Fiaker gefahren, also mit der Kutsche, aber dazu konnte sie mich dann doch nicht überreden. Als Entschädigung lud ich sie ins Cafe Central auf ein Stück Sachertorte ein. Dort war zwar einiges los und es war dementsprechend laut, doch der hohe von zahlreichen, säulengestützten Gewölben durchzogene Saal und nicht zuletzt die leckere Torte waren den Besuch auf jeden Fall wert. Am letzten Tag besuchten wir noch den Wiener Zentralfriedhof, eine wahrhaft riesige parkähnliche Anlage. Viele bekannte Persönlichkeiten aus verschiedenen Jahrhunderten sind hier begraben. Eigentlich wollten wir gezielt nach manchen von ihnen suchen, wie z.B. Beethoven, aber da es keinen Plan gibt, welche Gräber wo zu finden sind, gestaltete sich dieses Unterfangen doch etwas schwieriger als gedacht. Immerhin Beethoven fanden wir. Als wir uns mit leisem Bedauern von Wien verabschiedeten, stellten wir fest, dass wir zwar viele Sehenswürdigkeiten besichtigt hatten jedoch noch längst nicht alle. Wahrscheinlich reichen ein paar Tage dazu auch gar nicht aus |
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