Wien: Steffel, Schönnbrunn und jede Menge Mannerschnitten

Reisebericht von Verena, Reisezeitraum August 2007 Durchschnittliche Bewertung report_rating
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Hier bin ich, frisch zurückgekehrt aus dem Urlaub: Mit platten Füßen, vollgestopft mit Mannerwaffeln und auch sonst um einige Erfahrungen reicher.
Aber von Anfang an: Schon die Zugfahrt nach Wien war ein kleines Erlebnis für sich, aus zweierlei Gründen. Einmal die tolle Landschaft Bayerns und dann Österreichs, die draußen vor dem Fenster vorbeizog. Dicht bewaldete Berge und Täler, so weit das Auge reicht. Und dann war da noch die Tatsache, dass das Zugpersonal die Klimaanlage etwas zu hoch gedreht hatte... ;-)
Nach insgesamt sieben Stunden frostiger Zugfahrt kamen wir also am Wiener Westbahnhof an. Mit der U3 ging's zum Stephansplatz, der zugleich das Stadtzentrum bildet. Hier würden wir die nächsten Tage noch öfter ein- und aussteigen. Dann mit der U1 weiter Richtung Praterstern, zu unserem Hotel „Am Augarten“. Wir tappten durch die Straßen, vorbei an verschiedenen Etablissements mit so vielsagenden Namen wie z.B. „Venusfalle“. Vor selbigem Lokal hing auch ein Schild: „Mädchen werden angenommen.“ Da beschlichen meine Mutter und mich ja schon recht böse Ahnungen, wie es wohl um unser Hotel bestellt sein würde... Doch zu Unrecht. Das Hotel, das an der nächsten Straßenecke auf uns wartete, machte einen sehr gepflegten, fast schon etwas edlen Eindruck. Keinerlei Anlass zur Beschwerde.
Den restlichen Abend verbrachten wir damit, wieder in die Stadt zu fahren und umherzuschlendern. Gleich, wenn man an der U-Bahn Station Stephansplatz die Rolltreppen nach oben fährt, erblickt man den Steffel, den ehrwürdigen gotischen Dom, der das Wahrzeichen Wiens darstellt. Er ist das Zentrum eines großen Platzes, auf dem es nur so von Menschen und natürlich den unvermeidlichen Fiakern wimmelt. Die Pferdekutschen trifft man eigentlich fast überall in der Innenstadt an. Selbst wenn man durch kleine Seitengässchen schlendert, hört man von weitem schon das Geklapper gleichmäßig trabender Pferdehufe. Die zweite „Sehenswürdigkeit“, die wir nach dem Steffel erblickten war, - wie könnte es auch anders sein? - der Laden mit den Mannerschnitten. Und was es da drin nicht alles gab... Neben den obligatorischen Waffeln im Briefformat gab es auch solche in der Größenordnung Din A4. Oder aber die vielen verschiedenen Sorten: Nuss, Schoko, Zitrone, Kokos, Mandel, Aprikose, Erdbeere...
Um es kurz zu fassen: Wir kamen voll beladen aus dem Laden wieder heraus. Nachdem wir eine Weile durch die Einkaufsstraße gewandert waren und die vielen Konditorien, Chocolaterien und Designergeschäfte bestaunt hatten, gelangten wir zur Hofburg. Die Burg umfasst einen riesigen Komplex, zu dem die Spanische Hofreitschule, das Sissi-Museum, sowie verschiedene Grünflächen gehören. Viele Menschen, meist jüngeren Alters lagen in den Parks herum, fuhren Skateboard oder spielten Fußball. Wir setzten uns auf die steinernen Stufen und ließen diese eigenartige Mischung von altehrwürdigen, mit Kriegs- und Siegessymbolik überladenen Gebäuden und dem lauten Rap-Rhythmus des Ghettoblasters nebenan auf uns wirken...
Der zweite Tag wurde Schönbrunn gewidmet. Da wir recht früh dran waren, hielt sich der Touristenanstrum noch in Grenzen. Wir beschlossen, eine Schlossbesichtigung außen vor zu lassen und stattdessen lieber den gigantischen Park zu erkunden. Riesige, mit viel Liebe zum Detail und aufwendigen Mustern angelegte Blumenbeete. Der unübersehbare, laut rauschende Neptunbrunnen gegenüber des Schlosses, die zahlreichen schattigen Laubengänge. Hoch oben auf dem Hügel thronte derdoppelköpfige Adler mit der Krone, eine Darstellung, der man in Wien immer wieder begegnet. Trotz herunterbrennender Sonne stapften wir den Hügel hinauf, um dann von dort oben die herrliche Aussicht zu genießen. Dort unten lag Schönbrunn, und weit, weit hinter ihm das ganze Häusermeer der kleinen und großen Bürger.
Als nächstes versuchten wir uns im Irrgarten und Labyrinth. Die Aussichtsplattform in der Mitte war eine wirklich nette Idee, denn so konnte man ganz entspannt und mit einem winzigen Hauch von Belustigung die ganzen anderen Leute beobachten, die zwischen den grünen Hecken umherirrten. Im Labyrinth nebenan gab es zusätzlich noch einige Spielereien, wie z.B. das Klangtanzspiel, bei dem es sich um nebeneinander zum Quadrat angeordnete Bodenfliesen handelte, die jeweils einen Ton von sich gaben, wenn man darauftrat. Jaja, sowas macht nicht nur Kindern Spaß...
Anschließend der Tiergarten. Hier verbrachten wir eigentlich den restlichen Tag, was dank der riesigen Ausmaße auch ohne weiteres möglich ist. Im Gegensatz zu vielen anderen Zoos hatte ich den Eindruck, dass die Gehege meist angemessen bemessen waren und die Tiere somit nicht unnötig eingeengt. Ein Besuch ist wirklich empfehlenswert, allein wegen dem aufwendig hergerichteten Tropenhaus und nicht zuletzt dem leckeren Eisstand am Anfang des Zoos. Hier gibt es offenes Eis in leckerer Qualität für einen Euro pro Kugel. Das fanden wir angesichts des Standortes dann doch ziemlich günstig, da hatten wir in der Innenstadt schon ganz andere Preise gesehen!
Der dritte und auch schon letzte Tag begann mit der Besichtigung des Stephansdoms. Als wir vorbeischauten, war die Messe gerade vorbei und nachdem die letzten Gläubigen aus der Kirche gelotst worden waren, wurden die eisernen Gitter geöffnet und die Schaulustigen strömten in den Innenraum des Doms. Die Architektur war wirklich beeindruckend, allein wegen ihrer gigantischen Ausmaße. Doch ein besonderes eindrückliches Erlebnis war der geführte Gang durch die Katakomben unterhalb des Doms und Platzes. Während der erste Teil dank Marmorboden und -wänden eher den Eindruck einer unterirdischen Kirche machte, war der zweite Teil genau das, was man sich unter „Katakomben“ auch vorstellt. Man schritt über festgetretenen Lehmboden, durch schmale, gemauerte Gänge. In manchen Räumen waren Fenster eingelassen, die einen Blick in die benachbarte Kammer ermöglichten. Dort lagen Berge an Gebeinen, Überbleibsel aus Pestzeiten, als Massengräber die einzige Lösung angesichts der hohen zahl der Toten waren. Wie gesagt, sehr eindrücklich.
Natürlich hatten wir es uns auch zur Pflicht gemacht eine original Sachertorte zu essen, wenn man schon mal da war. Hierzu bleibt nur zu sagen, dass 4,80 Euro für ein einzelnes, kleines Stück Kuchen doch sehr fragwürdig sind. Sicherlich, die Schokoladen schmeckte lecker, aber der Rest war doch enttäuschend.
Den Abschluss unseres Wienbesuchs bildete ein Besuch des Hauses der Musik. Dort gibt es neben der Darstellung des Lebens und Wirkens berühmter Komponisten auch viele Möglichkeiten, Musik und Klänge im Allgemeinen auf ungewöhnlichste Weise zu erfahren. Man kann z.B. selbst Musik erzeugen, mittels Bewegungen und Zeichnungen. Einen Besuch kann ich jedem Musikbegeisterten nur empfehlen, trotz des recht hohen Eintrittspreises von 10 Euro.
 

Bewertungen und Kommentare

elli elli
14.08.2007
Wirklich toller und ausführlicher Reisebericht! Ich lese nur immer Männerschnitten statt Mannerschnitten... Warum nur? ;-) report_rating
 
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