Ausspannen in Albufeira, Kultur in Lissabon

Reisebericht von Fado, Reisezeitraum August 2005 Durchschnittliche Bewertung report_rating
Verfasst zur Region: Portugal Dieser Reisebericht wurde 5391 Mal angeschaut
 
Ja, ich muss es zugeben – wir sind auch mal fremdgegangen. Nach einigen wirklich schönen Urlaubserlebnissen auf dem spanischen Festland reizte uns, wie es ja klischeehafter Weise bei Seitensprüngen oft der Fall sein soll, der liebe Nachbar. Also Portugal.

Wir hatten uns in dem klassischen Urlaubsort schlechthin, nämlich Albufeira, einquartiert. Da wir die Kinder dieses Jahr zum ersten mal nicht dabei hatten, wollten wir neben einem genüsslichen Badeurlaub auch etwas Kultur in wohldosierten Portionen frönen. Für die Sache mit dem Baden und Entspannen eignete sich Albufeira ziemlich gut. Wir hatten eine annehmbare Auswahl an Sandstränden. Manche von ihnen waren nachmittags etwas überfüllt, doch wir hatten schnell unseren Liebling gefunden: Am Rand der Stadt gelegen, gut erreichbar, wenn man einfach die mit schwarz weißem Pflaster gemusterte Fußgängerzone immer weiter entlang schlenderte. Der kleinere Strand war weniger bevölkert und dazu noch schön sauber.
Nachdem wir den größten Teil unseres Urlaubns faul am Strand verbracht hatten, nur unterbrochen durch Einkaufen und dem allabendlichen Besuch der verkehrsberuhigten Altstadt, um in einem der zahlreichen Restaurants eine Kleinigkeit zu essen, verspürten wir Lust auf ein wenig Abwechslung.
Also stiegen mein Mann und ich in einen der Busse gen Ferreiras, um von dort mit dem Zug nach Lissabon zu fahren.

Wir kamen am Bahnhof Barreiro an (Lissabon hat insgesamt vier Bahnhöfe!) und stellten fest, dass die Großstadt schön an der Mündung des Tejo Flusses gelegen ist. Als wir dann mit dem Nahverkehr in die Stadt hinein wollten, waren wir etwas verwirrt, denn es gab gleich zwei Gesellschaften,die alle möglichen Fahrtickets anboten. Schließlich entschieden wir uns für die beiderseits gültige Tageskarte für ungefähr drei Euro. Dann kam die Straßenbahn und wir fuhren endlich ins Zentrum. Beim Aussteigen begingen wir auch schon unseren ersten Faux-pas: Wir wollten gerade vorne aussteigen, als der Fahrer uns recht gereizt erst etwas auf Portugiesisch , und dann, als wir verständnislos dreinblickten, auf Englisch zu rief. Anscheinend ist es üblich, die Bahn im hinteren Bereich zu verlassen – wie wir jetzt wissen.
In der Baixa, der Unterstadt stießen wir auf den „Elevador de Santa Justa“, einen stählernen Aufzug von etwa 45 Meter Höhe. Nichts wie hinauf! Von zwei ehrwürdigen, mit Glaseinsätzen geschmückten Kabinen aus schwerem, dunklen Holz getragen, gelangten wir nach oben. Von hier aus haben wir eine fantastische Aussicht über Lissabon! Besonders beeindruckend ist das wellenartige Muster des Platzes Rossio, der mit schwarzen und weißen Mosaiken gepflastert wurde.
Die Altstadt ist auf jeden Fall einen Besuch wert, allein wegen der schön anzusehenden, mit Azulejos (Kacheln) geschmückten Häuser!
Mit der Electrico 28, einer alten, gelben Bahn lässt es sich wunderbar gemütlich durch die Innenstadt fahren.
Lissabon verfügt über zahlreiche schöne Kirchen! Sei es die Igjeda do Loreto oder die Igreja da Encarnação, etc, etc. Aber besonders die Kathedrale fasziniert uns mit ihrem romanischen Stil und der Tatsache, dass sie die älteste Kirche Lissabons ist!
Auf der „Miradouro de Santa Luzia“ machen wir eine Pause und genießen den schönen Ausblick über unser nächstes Ziel, das Stadtviertel Alfama. Seine maurische Vergangenheit ist unübersehbar. Obwohl es das älteste der Viertel Lissabons ist, hat die zahlreichen schweren Erdbeben ihm kaum geschadet.
Zuerst besichtigen wir allerdings noch das Castelo de Sao Jorge. Der große Platz bietet einen weiten Blick über die Stadt und mehrere alte Kanonen entlang der Zinnen.
Doch nun entgültig ins maurische Viertel. Die Kuppel der „Igreja de Santa Engracia Panteao Nacional“ weist uns den Weg. Drinnen erwartet uns neben der auch sonst schön anzusehenden Ausstattung vorallem ein aufwendig gestalteter Marmorboden, der uns in Begeisterung versetzt.
Lange streifen wir durch die engen Gassen mit ihren stellenweise schwarz-weiß verzierten Häusern, dann schlendern wir entlang des Flusses zurück. Schließlich entdecken wir das „Casa dos Bicos“, einen Stadtpalast, der vorallem durch die spitzen Steine, mit der seine Fassade gestaltete ist, auffällt und gefällt.
Mehr Zeit blieb uns leider nicht, da schon der Abend dämmerte. In dem Bewusstsein, noch nicht mal einen Bruchteil dessen, was Lissabon zu bieten hat, gesehen zu haben, fuhren wir wieder gen Albufeira zurück, um am nächsten Tag die Heimreise anzutreten.
 

Bewertungen und Kommentare

Gerd Gerd
04.07.2007
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