"Dodos La Palma", Teil 1/8 (27.06.2007)

Reisebericht von dodo13, Reisezeitraum Juni 2007 Durchschnittliche Bewertung report_rating
Verfasst zur Region: Spanien  > La Palma Dieser Reisebericht wurde 2660 Mal angeschaut
 

La Palma – Juni 2007
Mittwoch, 27.06.2007
Nun bin ich hier. Es ist Abend und ich gucke auf’s Meer – einfach klasse... Ein echt langer Tag ist fast vorbei. Die Nacht habe ich zum Tag gemacht – einfach durchgemacht, was ich normal überhaupt nicht kann... Und um halb 1 sind wir dann nach Frankfurt gefahren, damit ich in Ruhe einchecken und durch den Zoll gehen kann... Das war auch gut so, denn an den Check-in-Schaltern war die Hölle los – 4 oder 5 Condor-Maschinen, die im Zeitraum zwischen 4 und halb 6 in den sonnigen Süden starten wollten... das ist dann schon eine richtige Menschenmenge, die da aufläuft.

Bis zum Zoll blieben Mutti und Vati bei mir, dann hieß es, sich verabschieden und alleine weiter reisen... Naja... was heißt "alleine"... zum Angucken, Knuffeln und Belabern habe ich mir ja meinen kleinen Kuscheltiger mitgenommen. Der saß da dann im meinem Rucksack, linste vorwitzig heraus und gab mir ein gewisses Gefühl der "Gemeinschaft".
Die Zollbeamtin am Durchleuchtungsautomat fragte mich auch glatt, ob er denn auch ein Ticket hätte... was ich natürlich verneinen musste, aber felsenfest beteuern konnte, dass er zwar ein kleiner "blinder Passagier" ist, jedoch sehr wohlerzogen und ruhig im Rucksack bliebe, zumal der das Fliegen sehr liegt und vor Verzückung sprachlos ist... :)
Naja, sie war völlig damit einverstanden und wünschte uns beiden einen guten Flug...
Tja und dann saß ich da im zollfreien Wartebereich... bis endlich Boarding-Time wäre... An Bord ging alles ganz schnell und reibungslos. Ich hatte einen XL-Seat gebucht – direkt am Notausgang, lediglich eine Zweier-Sitzreihe mit viel Beinfreiheit, aber leider nur einem kleinen "Guckloch" an der Nottür. Direkt vor mir waren die Toilettenwände mit dem kleinen Video-Monitor und schräg gegenüber saß die Crew bei Start und Landung.... dadurch erfuhr ich auch, dass die Maschine lediglich mit 206 anstelle 265 Menschen besetzt wäre... Mein Vorteil... der Sitz neben mir blieb leer und ich konnte mich nach Start und Frühstück richtig ausbreiten für ein erstes Nickerchen an diesem Tag. Leider musste der Kapitän durchsagen, dass das Videosystem ausgefallen sein und somit kein Film gezeigt werden könnte... Ich war nicht traurig darum, da während der gesamten Flugzeit die Reisedaten aufflimmerten... angefangen bei Reisehöhe und Temperatur bis hin zu genauem Flugplan mit Landkarten und Statusmeldung – so etwas liebe ich und könnte es mir stundenlang ansehen... naja, habe ich ja auch fast getan. Vier-ein-Halb Stunden später landeten wir auf La Palma – die Bordkamera funktionierte zum Glück astrein, somit konnte ich den Landeanflug vollständig auf dem Monitor mitverfolgen. Ein Highlight, da ich dazu bisher noch nie gekommen bin, weil ich ja den Landeanflug selber aus dem Fenster filmen und fotografieren muss... ;)
Und nun... nichts wie raus aus der Maschine und die ersten Fotos schießen – direkt von der Landebahn aus.
La Palma erwartete mich völlig wolkenfrei und sonnig. Der geliebte Passatwind wehte mir um die Nase und der erste Blick auf die Hänge der Cumbres tat einfach nur gut. 
Meine Koffer hatte ich ungewöhnlich schnell und war noch vor der angekündigten Zeit in der Ankunftshalle, um mein Auto in Empfang zu nehmen... ...nehmen zu wollen... ...aber noch nicht zu können... ich war eindeutig zu früh... von Tamanca war noch niemand da, der mein Namensschild in die Höhe halten konnte... Also wartete ich... aber nicht lange...
Da war’s... das Schild mit meinem Namen... ...und diesmal auch jemand, der etwas deutsch sprach... Das war neu bei Tamanca... Normalerweise nur spanisch... neulich, als ich im April hier war, sogar auf englisch, aber deutsch... deutsch war noch nie möglich (außer mit meiner Ansprechparterin in Puerto Naos, einer Deutschen).
Kaum hatte ich das Auto – ein Citroen C3 – konnte ich auch schon losdüsen... Auf nach Puerto Naos, den Schlüssel für’s Appartement holen und erst mal alles bezahlen... Nun war es auch an der Zeit, Tigerchen aus dem Rucksack heraus zu holen, damit er auch wieder etwas sehen und gemeinsam mit mir genießen konnte. ...genießen... oh je... das war auf einmal ein seltsamer Gedanke... Genau jetzt wurde mir zum ersten Mal richtig bewusst, dass ich auf La Palma war – aber wirklich ganz alleine... (mit Tigerchen)... Was wollte ich die ganze Woche anstellen? Mit wem könnte ich mich unterhalten? Hier spricht alles nur spanisch, mit englisch und deutsch kommt man kaum weit... und ich kann kein spanisch... oh je... welches Schwein hatte mich gebissen, dass ich ganz alleine hier her musste? Aber gut, ich wollte ja mal irgend einen Tag die Ostseite verunsichern... Mal die Cueva del Belmaco besichtigen, das Nonnenkloster bei Brena Alta und vor allem die Schutzheilige der Insel... Nuestra Senora de las Nieves... sie soll soooo schön und anmutig sein... Okay... da wäre doch schon der Plan für den morgigen Tag da... und dann mal sehen...
Jetzt stand trotzdem erst mal im Vordergrund, nach Puerto Naos zu kommen, meine kleine Wohnung in Beschlag zu nehmen, einzukaufen und dann... hmmm... die obligatorische Begrüßungsrunde ... genau ... die Begrüßungsrunde auf die Cumbrecita anzutreten...
Es war noch keine 10 Uhr morgens, als ich meine kleine Traumwohnung betrat – wie hübsch, offen, einladend und "weit" – und vor allem der Balkon mit Blick auf Puerto Naos, die Cumbre Vieja (wenn mal keine Wolken da sind), den Strand und die unendliche Weite des Meeres... Wahnsinn... und das ist mein Zuhause für die kommende Woche... davon wagt man in den kühnsten Träumen nicht zu träumen... Sowas nennt sich "purer Luxus" ... und ich habe ihn... unglaublich!!! ...aber bevor ich mich zeitlich verzettelte, beschloss ich vor der Siesta bei Spar einzukaufen... Im Vergleich zu den Einkäufen, wenn wir zu viert hier sind, war das in meinem Einkaufskorb verdammt mickrig, aber was brauche ich nun für die kommenden Tage? Und vor allem kann ich ja jederzeit wieder einkaufen, wenn was fehlt... Gedacht, gezahlt und los ging’s... Direkt Richtung Cumbrecita.

"Na, Tigerchen, freust Du Dich auch, dass wir hier sind? Is‘ das nich‘ klasse? Und guck mal wie schön das alles ist – richtig viele Wolken im Westen, was nicht normal ist.. so haben wir das auch nur selten mal erlebt, was? Klasse!!!"

...oh... hatte ich da gerade mit dem Tigerchen geredet? Der saß gut angeschnallt im Rucksack auf dem Beifahrersitz und "betrachtete" stumm die Gegend .
"Hey, El Paso... da besichtigen wir in den kommenden Tagen auch mal das Seidenmuseum. Was hälst Du davon, Tigerchen?" ... da war’s schon wieder... Ein Gespräch mit Tigerchen... hm... warum auch nicht – sonst war ja niemand hier, mit dem ich meine Freude über diese wunderschöne Insel und meine Zeit hier teilen konnte... Also... okay... Tigerchen wurde mein Gesprächspartner. Wir begannen heute Morgen damit, uns gemeinsam zu freuen, gemeinsam zu bewundern und gemeinsam zu schweigen.
Am Abzeig zur Cumbrecita kam mir der Gedanke, direkt mal den Abstecher zur Kapelle Ermita de la Virgen del Pino zu machen. Sie soll ja so schön sein... Mal schauen... ...vor allem, wie weit man mit dem Auto dran kommt, denn recht Lust auf weites Wandern hatte ich gerade nicht...
Ich kam – wider Erwarten – bis direkt an die Kapelle. Eine große Pinie (Kanarische Kiefer) steht direkt vor der Kapelle. Das Gebäude selbst ist im kanarischen Stil gebaut. Richtig schön. Um Tigerchen und mich zogen die Wolken, die in großen Fälle von der Cumbre Nueva kamen. Von Sonne war nicht viel zu sehen, aber irgendwie hatte das was. Es war eine wunderschöne Ruhe um uns. Im Innern der kleine Kapelle war ich völlig von den Socken. Richtig heimelig und voller "Wärme", traumhafter Blumenschmuck... vielleicht war hier eine Trauung oder ein besonderer Festgottesdienst ... und die Virgen del Pino... wunderschön – unsagbar schön – ein solch gütiges Gesicht habe ich bisher bei noch keiner Madonnenfigur gesehen. Die Jungfrau der Pinien hat mich in diesem Moment gefangen genommen... Sie schaut mit liebevollen Augen auf einen herunter und sie hält einen frischen Pinienzweig in den Händen...

"Okay, Tigerchen, was hälst Du davon, wenn wir wieder zum Auto gehen, ins Brötchen und die Wurst beißen und dann weiter auf die Cumbrecita fahren?"

...keine Widerrede, also schien es Tigerchen auch recht zu sein. Ich genoß es, die altbekannten Kurven zur Cumbrecita herauf zu fahren. Oben angekommen bot der Ausblick Wolken in der Caldera de Taburiente. Der Roque de los Muchachos war nicht zu sehen, die tiefen Schluchten der Caldera lagen wunderschön unter der Wolkendecken und von Zeit zu Zeit kam auch die Sonne durch. Ich setzte den Rucksack auf und wanderte ein paar Kurven am Berghang des Pico Bejenada entlang. So richtig Lust auf Laufen hatte ich aber trotzdem immer noch nicht, also blieb ich einfach an einer wunderschönen Aussichtsstelle stehen, lies die Gruppen von laut diskutierenden Spaniern an mir vorbei ziehen und genoß die stille Aussicht in die Caldera.

"Sag mal, Tigerchen, bist Du auch irgendwie platt??? Soll’n wir zurück nach Puerto Naos fahren und uns auf den Balkon setzen? Wir haben ja noch eine Woche vor uns und müssen ja nicht heute schon die gesamte Insel auf den Kopf stellen... Ich glaube, das machen wir jetzt... Auf geht’s."

Wir fuhren also zurück nach Puerto Naos, noch immer den gütigen Blick und die große Anziehungskraft der Virgen del Pino vor Augen ...

"naja, vielleicht fahren wir da nochmal hin, Tigerchen, was?! Ist ja nicht weit und wir können es uns ja einrichten... ...die war echt ‚klasse‘ was?! Wahnsinn, so wunderschön und gütig." ...

Auf dem Balkon hatte ich die beiden Sonnenliegen nebeneinander gestellt, Tigerchen auf die eine gelegt, mich daneben auf die andere. Das Rauschen des Meeres an den Klippen unter uns war wunderschön und angenehm – nach der "durchgemachten" Nacht aber vor allem einschläfernd. Irgendwann gegen halb 7 wurde ich vorhin wieder wach. Danach stand ich sicherlich mindestens 1,5 Stunden an der Balkonbrüstung und schaute gebannt auf Meer und Strand. Wie traumhaft schön!!! Inzwischen hatte sich Frau Elvers, meine Vermieterin, auf dem schmalen Tritt vor den Terrassen eingefunden, um die Blumenkübel – ca. 15m über dem Meer – zu beackern. Eine halsbrecherische Aktion, bei der ich ihr länger zusah und zwischenzeitlich ein nettes Gespräch führte. Als sie gegen 8 Feierabend machte, wurde es für mich auch Zeit, ein Lebenszeichen nach Deutschland zu senden. Ein Telefonat mit Mutti und Vati, ein kurzer Report zum vergangenen Tag... ...dann wieder Stille...

"Tigerchen, was stellen wir denn jetzt die ganze Woche hier an? War es wirklich richtig, so ganz alleine... ...falsche Frage... Tigerchen, wir machen uns das hier richtig toll und klasse!!!! Guck Dir mal diese Aussicht hier an... Wahnsinn, was? Is‘ das hier nich‘ einfach klasse???"

Naja, und jetzt ist es dunkel, ich habe schon zig Fotos geschossen, sie gerade auf mein Foto-Laufwerk runtergeladen und eigentlich kann ich mich nicht entschließen, ob ich noch weiter dem Meer lausche oder doch ins Bett gehe... obwohl... es ist halb 11 und Morgen kann ich das Meer wieder hören...
Obwohl ich noch nicht viel unternommen habe, war der Tag sehr schön...

"Komm Tigerchen, wir gehen schlafen, wir haben einiges erlebt und Morgen ... was hälst Du von der Ostseite... Cueva del Belmaco und so... ...Mensch, war das ein Tag... wir sind echt hier, ich kann’s kaum glauben – wir sind hier, Tigerchen!!! ... aber das Gesicht von der Virgen del Pino... die ist ja soooo schön, sooooo wunderschön... vielleicht besuchen wir sie nochmal, was meinst Du... aber das Gesicht... so gütig... schlaf schön mein Tigerchen!"...
 

Bewertungen und Kommentare

Fritz Fritz
04.09.2007
Einfach herrlich, dein Bericht. Bis auf Tigerchen könnte ich meinen du hast eine unserer La Palma Reisen dokumentiert. report_rating
 
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Bitte beachten Sie: die Reisen wurden letztmals am 17.11.2017 - 18:18 Uhr aktualisiert. Alle Preise sind "ab"-Preise, d.h. je nach Verfügbarkeit kann sich der Preis kurzfristig ändern. Aktuelle Sucheinstellung: , früheste Abreise 17.11.17, späteste Rückreise 17.11.17
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