"Dodos La Palma", Teil 2/8 (28.06.2007)

Reisebericht von dodo13, Reisezeitraum Juni 2007 nicht bewertet report_rating
Verfasst zur Region: Spanien  > La Palma Dieser Reisebericht wurde 2736 Mal angeschaut
 

Donnerstag, 28.06.2007

 

"Guten Morgen mein Tigerchen, komm, lass Dich knuffeln! Hast Du gut geschlafen? Wie, erst halb 9? ...hmmmm... egal, was soll’n wir uns im Bett rumwälzen, gehen wir doch lieber auf den Balkon und gucken auf’s Meer..."
Kurz nach 9 hatte ich gefrühstückt und packte meine 7 Sachen für den geplanten Ausflug zur Ostseite zusammen. Auf dem Weg zum Auto stiefelte ich erst mal weiter auf die Dachterrasse meines Appartementhauses... Schließlich muss man sich ja erst mal orientieren und alles begutachten... Gerade losgefahren kam mir der Gedanke, dass ich eigentlich gerne zuerst meine geliebten Südvulkane sehen möchte... Von meinem kleinen, im Rucksack angeschnallten, Beifahrer kam kein Widerspruch. So führte mich mein Weg über Las Manchas und Las Indias nach Fuencaliente (Los Canarios) und weiter hinunter nach Punta Larga und El Faro, sowie zurück über Las Caletas nach Fuencaliente. Einmal rund um die Vulkane San Antonio und Teneguia... An irgendeinem Tag werde ich sicher auch hier noch für eine längere Zeit stoppen. Heute steht die Ostseite auf dem Programm...
 
Wir fuhren also entlang der LP 2 Richtung St. Cruz de La Palma. Kurz hinter Malpaises in einer scharfen Kurve tauchte die Cueva del Belmaco auf. Ich hatte Glück, sogar Parkplätze waren mal frei... *wow* ... Im Kassenhäuschen saß eine nette Palmera, die einige Brocken Englisch konnte, was in Kombination mit meinen wenigen Brocken Spanisch ein recht witziges Sprachengemisch ergab, aber trotzdem uns beide zum Ziel mit viel Vergnügen führte. Ich fand heraus, das der kleine Spaziergang ungefähr 20 Minuten dauern würde und gut ausgeschildert sein.

"Nun gut, Tigerchen, dann gehen wir mal los... ...oh, ein Museum ist hier auch dabei... na, da gucken wir auf dem Rückweg – vielleicht – mal rein... aber schau mal, die Aussicht... ...oh, wie schön! Is‘ das nich‘ klasse?" ...

Nach einigen Schritten kamen wir auch direkt an die Cueva del Belmaco – gut geführt mit Wegweiser- und Informationsschildern zu Leben und Kultur der Benahoaritas, den Ureinwohnern La Palmas. Und da... die Petroglyphen...

"...oh klasse, guck mal Tigerchen, das ist ja interessant... und wie schön und exakt die Mäander und Spiralen in den Fels gezeichnet sind... is‘ das nich‘ klasse?"

... ja, wir wanderten durch den gesamten kleinen Park, ich las die Infotafeln mit Hinweisen zu Baum- und Pflanzenarten sowie deren Verwendung durch die Benahoaritas. Der Blick vom höchsten Punkt des Parks in den Barranco hinein und bis unten zum Meer war atemberaubend. Ich glaube, die Freude stand mir ins Gesicht geschrieben. Tigerchen und ich beschlossen, doch noch die beiden kleinen Räume des Museums zu besichtigen. Sehr interessant und empfehlenswert – der Gedanke, dass in unserer "geschichtlichen Neuzeit" noch Menschen wie im Neolithikum (Jungsteinzeit) lebten, war - und ist noch immer – sehr verwirrend.
Im Hintergrund lief in den Museumsräumen eine wunderschöne Meditationsmusik. Mein erster Gedanke war, im Kassenhäuschen nachzufragen, ob es diese Musik auch auf CD gibt, schließlich lagen dort neben vielen Büchern und Kunsthandwerks-Schmuckstücken auch CD’s zum Verkauf aus...
 
Gedacht, getan... "Holà. Tiene usted una CD de la Musica del Museo?" *wow*, da hatte ich doch meinen ganzen spanischen Wortschatz zusammengekramt und losgelegt. Leider nicht mit dem gewünschten Erfolg... Der spanische Wortschwall, der mir entgegen schwappte war überwältigend und völlig unverständlich für mich. Aber okay... Von nun an ging’s wieder mit "Händen und Füßen" weiter. "...pero, el Museo y la Cueva con los petroglifos somes muy interessante y bonito..." ... Die nette Frau lächelte und versuchte mir andere La-Palma-Musik-CD’s anzubieten. Leider ohne Erfolg. Trotzdem schien sie sich über mein Feedback gefreut zu haben – und auch in Anbetracht der Zeit, die ich dort verbracht hatte (ich war eindeutig viel länger als 20 Minuten unterwegs) – und ich bekam von ihr ein kleines Info-Heftchen zu Kultur und Leben der Benahoaritas geschenkt, was regulär dort zum Verkauf ausliegt.

"Muchas muchas gracias y adios..." – "Hasta luego" kam von ihr mit einem unheimlich freundlichen Lächeln zurück. ...
Tigerchen und ich machten uns wieder auf zum Auto... Noch auf der Treppe hoch zum Parkplatz fiel mir ein, dass ich von einer palmerischen Sängerin aus dem Norden gelesen hatte, die die Mystik und den Spirit der Insel in ihren Liedern besingt. ...Ima, Ima irgendwas war ihr Name...

"...hey, Tigerchen, lag da nicht eine CD von Ima...? Soll’n wir nochmal umdrehen und eine mitnehmen? ...hmmm... ach... vielleicht einen anderen Tag..."
 

Wir traten unsere weitere Rundreise Richtung Las Nieves an... Vorbei an Los Cancajos und ... hey... die Umgehungsstraße von St. Cruz ist fertig... die probieren wir doch glatt mal aus... Bis dato wusste ich noch nicht, "wiiie groooß" Santa Cruz ist (optische Täuschung!!!) – eine kilometerlange Umgehung mit zig Abfahrten nach Santa Cruz hinein... *wow* und das für so "ein kleines Nest"... und da kam auch schon glatt die Ausfahrt nach Las Nieves...
Raus ging es ja schnell, aber an der nächsten Kreuzung war nichts mehr ausgeschildert. Die Straße, die meiner Meinung nach direkt nach Las Nieves führen müsste, machte einen sehr starken Eindruck von "Baustraße" mit Endung im Nichts, also fuhr ich weiter gerade aus... Irgendwann bog diese Straße auch nach links oben ab. Wurde aber immer schmaler und steiler... Der 1.Gang war Pflicht – ohne den ging nichts mehr und trotzdem schlodderten mir noch die Beine und das Herz raste, dass das Auto nicht trotzdem noch absaufen und hängenbleiben würde...

"Hey, Tigerchen, die Palmeros bauen aber auch überall, was? Wie kommen die hier Sommer wie Winter hoch oder kennen die eine einfacherer Strecke?"...

Na egal, ich gelangte wirklich nach Las Nieves – da tauchte sie direkt vor meinen Augen auf, die Kirche der Schutzpatronin der Insel – Nuestra Senora de las Nieves, unsere Heilige Frau vom Schnee... oft daran vorbei gefahren, immer dorthin gewollt und niemals da gewesen... Ich fand einen aparcamiento provisional und lief die wenigen Schritte wieder bergab zur Kirche – Tigerchen natürlich wieder sicher im Rucksack auf meinem Rücken, die Aussicht genießend.
Die Kirche war überwältigend geschmückt. Der Altar aus purem Silber, Nuestra Senora de las Nieves in einem Brokatkleid... *wow*
Aber wie sie guckte...

"Tigerchen, guck mal, die guckt aber grimmig, was? So schön wie alle sagen ist sie dann wohl doch nicht, oder wie findest Du das? ...hm... schade... habe ich mir mehr von versprochen, aber komm, wir bleibe noch was hier und genießen einfach die Ruhe."

Ruhe war gut gesagt... da war eine Horde Spanier, die lautstark Kerzen anzündeten und eine aufgescheuchte "Kirchenbewacherin", die auf jeden von uns zu kam und in spanischem Redeschwall irgendetwas von "coche" und "aparcar" faselte... Irgendwann verstand ich, dass sie wohl vom Kirchenvorplatz redete, auf dem einige einfach ihre Autos abgestellt hatten, anstelle den povisorischen Parkplatz zu nutzen, wie ich es tat. Ich war beruhigt, ihr antworten zu können  "no, yo aparcar arriba en el aparcamiento provisional".
 
 
 
 

"Na gut, Tigerchen, gehen wir wieder. Im Auto beißen wir dann einfach mal in das Würstchen, es ist ja schon Nachmittag."

Auf dem Weg zum Auto ging mir noch so manches durch den Kopf. Warum guckte die Senora so grimmig, war das nur eine optische Täuschung? Sie ist nicht so schneeweiß wie die Virgen del Pino, sie sieht älter aus... Sind die rauheren Gesichtszüge vielleicht einfach nur das Spiegelbild einer palmerischen Frau, mit Zügen der Altkanarischen Bevölkerung? Ja, das könnte es sein... In diesem Moment bekam der Gesichtsausdruck der Senora in meiner Erinnerung eine viel nettere und ansprechendere Form...

"Aber Tigerchen, die Virgen del Pino gefällt mir trotzdem viiiiel besser. Das is‘ ‚meine‘... ...komm, wir fahren jetzt mal zum Kloster..."

Das Nonnenkloster in der Nähe des Mirador de la Conception oberhalb von Sta Cruz soll sehr schön sein, so habe ich gelesen. Und die Nonnen verkaufen selbstgemachte Marmelade und kleines Kunsthandwerk. Allerdings war klösterliche Ruhe vorzufinden und ich habe mich nicht getraut, zur Tür hereinzuspazieren... So blieb es bei wenigen Fotos des Außengebäudes und des Blickes ins Tal. Dafür machten wir einen Stopp auf dem Mirador de la Conception. Hier war der richtige Punkt für einen Rundumschlag an Fotos der Ostseite... Einen weiteren Fotostopp schob ich auf der Avenida Maritima in Sta Cruz ein. Die Wellen brandeten wieder wunderschön an die Straßenmauer... da ist ein Fotostopp ein "Muss".

"Ach weißt Du, Tigerchen, dann fahren wir doch jetzt einfach nach Hause und gehen in Ruhe in der Bodega Tamanca in Las Manchas Essen..."
 

Gesagt – getan... Allerdings verführte mich die Wetterlage mit Sonne und Wolken auf einen kurzen Abstecher zur Cumbre Vieja mit Blick auf die Caldera. Leider weniger (Foto-) erfolgreich als erhofft, aber trotzdem schön.
...Einen schönen Sitzplatz fand ich direkt in der Nähe der Theke. Bestellen war mal wieder auf spanisch, aber das sollte kein Problem sein... wenn ich etwas nicht aussprechen kann, gibt es immer noch den Finger in der Speisekarte... :) Aber "Queso asado con mojo verde y ajio" geht mir noch immer von den Lippen... Auch mein Schweinefilet mit Mojo rojo y papas arrugadas kam zügig und das Glas Weißwein aus eigener Kelterei "mundete vorzüglich". "...muchas gracias, este muy bien, la cuenta por favor..." ... das lief alles wie am Schnürchen – in der Bar stellte ich mich dann noch an die Theke und fragte ganz mutig auf spanisch nach Wein-Flaschenverkauf... "Tiene usted vino en botellas para llevar?" Es sei dahingestellt, ob botellas wirklich "Flaschen" bedeutet, aber die nette Dame am Thresen wusste, was ich meinte und wollte nun natürlich herausfinden, welchen Wein ich wolle... "una botella de Malvasia sabro dulce por favor" ... konnte ich ahnen, dass es da 2 verschiedene Ausgaben davon gibt?... "La reserva de Malvasia???" ...okay... hier musste ich dann auf englisch versuchen heraus zu finden, wie teuer die Reserva wäre... Beim Gedanken, dass 26 Euro im Koffer auf dem Flug kaputt gehen könnten, entschied ich mich dann für den regulären Dessertwein zu 12 Euro. Ein alter Herr ergoss seinen Redeschwall über mir – ich konnte halbwegs herausfiltern, dass er den Wein anpries und mich anfreuerte, vor dem Kauf doch erst mal zu probieren... und schon stand ein Schnappspinnchen randvoll Malvasia Sabro Dulce vor mir... "muchas gracias, *schluck*, hmmm... muy bien... äääh... dos botellas, por favor *smile*".
Die Bedienung grinste Tigerchen und mir zu und schwupps hatten wir 2 Flaschen leckeren Gesöffs in tollen Tüten in der Hand und traten den Heimweg an.
Der Sonnenuntergang am Meer mit Blick auf "los volcanes del suerte" und Puerto Naos war wieder der krönende Abschluss des heutigen Tages.

"Ach, Tigerchen, gefällt’s Dir denn auch so wie mir? Isses nich‘ klasse? Ach, is‘ das schön! Ich freue mich, hier zu sein! Was machen wir Morgen? Was hältst Du davon, wenn wir auf den Roque fahren und über den ganzen Norden gondeln? Lass uns schlafen gehen, Morgen ist wieder ein Tag. Gute Nacht."

 
 

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