"Dodos La Palma", Teil 5/8 (01.07.2007)

Reisebericht von dodo13, Reisezeitraum Juni 2007 nicht bewertet report_rating
Verfasst zur Region: Spanien  > La Palma Dieser Reisebericht wurde 2569 Mal angeschaut
 

Sonntag, 01.07.2007

 

"Guten Morgen Tigerchen, hast Du gut geschlafen? Ich habe gut geschlafen, aber irgend’nen Stuss geträumt... ...*brrrr*... Was machen wir denn heute mal? Wie wär’s mit ‚los volcanes suerte‘? Aber das deckt längst nicht den gesamten Tag ab... Was stellen wir sonst noch an? Hast Du eine Idee???"

Ach,... da war doch was... ich wollte doch eigentlich mal den Mercadillo in Puntagorda, im Nordwesten, unter Augenschein nehmen... Im Reiseführer stand aber, dass er nur am 1. und 4. Wochenende im Monat wäre... jetzt wäre es das 5. Juni-Wochenende oder das 1. Juli-Wochenende... Wobei... wir haben alle Zeit der Welt... wir könnten einfach mal hinfahren und gucken... Entweder wir haben Glück oder wir haben... Pech gibt’s doch eigentlich gar nicht... Alles wird so sein, wie es gut für uns ist... Ich packte Tigerchen wieder ein...

"Komm, ich schnall Dich wieder im Rucksack an, damit Dir nichts passiert."
 

Und los ging’s... Heute nahmen wir endlich wirklich die Seitenstraße hinter dem Restaurant "Mariposa" in Richtung Villa y Puerto de Tazacorte... Durch den Ort und runter zum Puerto führte uns der Weg... Vom Fuße des Barranco de las Angustias fuhren wir hinauf zur Hauptstraße LP 1. Kurz vor der Kreuzung beider Straßen kamen wir an meiner sogenannten "Klosterkirche" vorbei. Diesmal hielt ich an. Ein kurzer Blick ins Innere, einige Runden drum herum... Fotos machen... Oh, das war schön... Endlich hatte ich es mal wahr gemacht und gestoppt. Ich glaube, das war vorher auch nur ein Mal der Fall... damals vor 9 Jahren, als ich 2 Wochen hier war... Was ich in der Zwischenzeit doch alles aus meinem Bildergedächtnis im Kopf gestrichen hatte und was mir aus den Gedanken kam... Aber es war ein richtiger und guter Einstieg in den Sonntag – eine kurze Besinnung in der Kirche und weiter ging es hoch zum Mirador del Time und weiter über Tijarafe nach Puntagorda.
 
Im Ortsteil El Fayal sollte der Mercadillo sein, der mittlerweile wesentlich ansprechender als der touristisch aufgemotzte in Mazo sei soll. ...noch ursprünglicher, weniger Touristenpreise, wirklich noch einheimische Stände und abwechslungsreicheres Angebot... Ich wusste gar nicht, dass Puntagorda so ein nettes Örtchen ist... Weitläufig und freundlich... Ich fuhr eine lange Strecke durch den Ort, bis ich im Ortsteil El Fayal ankam. Das Gebäude des Mercadillo war schnell und einfach gefunden. Einige Autos standen dort und auf dem Hof spielten Kinder mit Pfeil und Bogen. Die alten Palmeros saßen im Schatten auf ihren Stühlen und Bänken... Von Markt war weit und breit nichts zu sehen... oder doch? Innen drin?... Ich war hin und her gerissen und mein Mut verließ mich fast, aber ich nahm alles davon zusammen und wanderte durch die vielen fremden Blicke in das Gebäude hinein... wäre Tigerchen nicht dabei gewesen und hätte mir buchstäblich "den Rücken gestärkt"... ich weiß nicht, ob ich nicht doch umgekehrt wäre...
 
Aber tatsächlich... der Markt war wirklich im Gebäude... ruhiger und kleiner, jedoch viel abwechslungsreicher als der in Mazo. Schon jetzt stand für mich fest, dass ich hierher wieder kommen würde, beim nächsten Mal auf La Palma. Und dann fand ich auch direkt einen Stand, an dem es palmerische Liköre gab. Ich fand eine kleine Flasche mit Licor de Platano... Bananenlikör... sowas habe ich ja mein Leben noch nicht getrunken... Das Ding muss mit, dass müssen wir in Burghaun probieren... Ein bißchen La Palma nach Burghaun mitnehmen. Sonst ist alles von hier so schnell weg und vergessen...
 
Die Inhaberin des Standes nahm mir die Flasche ab und verpackte sie gut. Übergab sie mir und sprach mich auf spanisch auf meine roten Arme an... Sie schien zu vermuten, es sei ein riesiger Sonnenbrand... Oh man, spanisch... ich kann doch kein Spanisch... äääh... "si, rojo, pero ... no fuego." – "klar rot, aber kein Feuer... weiß ich, was Sonnenbrand auf spanisch heißt?..." Dann erzählte sie mir, dass sie bei solcher Röte grundsätzlich Sonnenbrand hat und mit hohem Fieber im Bett liegt. Sie geht deshalb auch nicht an den Strand... Da bekommt sie so schnell Fieber... Ich versuchte ihr dann auch zu erklären, dass ich nicht an den Strand gehe, sondern durch die Gegend tingle... "yo no querer la playa, yo ..." ...ich zeigte wieder mit meinen Fingern ein "Laufen" an... "ah, caminero...si." Okay, nun wusste ich, dass "caminero" wandern oder laufen bedeutete... Das konnte ich mir recht gut merken...
Und ich hatte mich doch glatt auf spanisch – mit Händen und Füßen – unterhalten...

"Hey, Tigerchen, hast Du das gehört? Ich kann’s doch! Wenn’s drauf ankommt, klappt’s schon sich verständlich zu machen... Ich bin zwar nicht perfekt, aber ich bin auch nicht ganz alleine... So viele Gespräche, wie wir in den vergangenen 2 Tagen geführt haben... und alles auf spanisch... darauf können wir stolz sein... wir kommen damit schon irgendwie durch... natürlich nicht zu vergleichen mit echtem Reden und Können... aber ... stolz..."
 

Nach einer weiteren Runde auf dem Mercadillo kam ich am Nachbarstand der netten Palmera vorbei... Hier sprach man mich auf deutsch an... Eine Auswandererin... Sie bot Miel de La Palma an... Honig von Brexa (Baumheide), Tedera (kanarischer Kiefer) und Alm (Mandel)... Naja, nach einem kleinen Schwatz machte ich den "Rundumschlag" und nahm alle 3 verschiedenen Sorten in kleinster Packung mit... Mein Koffer ist ja sowieso mit dem Wein schon überfüllt...Aber ich erfuhr auch, dass der Mercadillo auch hier jedes Wochenende stattfindet... Mein Reiseführer hatte also Fehlinfos... und dabei ist es einer der beiden, die ich dieses Jahr gekauft habe... ganz neu und aktuell...
Wir verabschiedeten uns und weiter ging meine Fahrt im Norden...
 

"Sag mal Tigerchen, hast Du schon Lust in den Süden zu fahren? Wollen wir vielleicht einfach mal von hier aus nach Garafia fahren... Da waren wir noch nie... und es soll so schön dort sein..."

Wir fuhren... Über die LP 1 weiter in den hohen Norden, vorbei an dem Abzweig zum Roque de los Muchachos und weiter in vielen Kurven bis zur Weggabelung nach Garafia. Die Abfahrt zum Ort war wunderschön. Geprägt von traumhaften Ausblicken auf Meer und Schluchten, Felsen und einheimische Gewächse.
 
Durch Garafia waren wir schnell hindurch... Oder eigentlich eher daran vorbei... In den Ort hätte ich wohl nach rechts abbiegen müssen, satt dessen wählte ich den Weg nach links in Richtung Las Tricias, wo ich wieder auf die Hauptstraße LP 1 kommen würde... Tigerchen und ich genossen wieder gemeinsam schweigend... Es war atemberaubend und hinterließ tiefe Eindrücke. Der vergessene Nordwesten... Ja, so war es wirklich im Reiseführer richtig beschrieben. Hier war die Zeit stehen geblieben und "sol y mar" (Sonne und Meer) prägten die Landschaft – rauh, schroff, unwirtlich und doch sagenhaft schön und zauberhaft anmutig... Ich hätte noch Stunden weiter fahren können, doch die Hauptstraße war recht schnell erreicht und so fuhren wir nun doch gen Süden zu "meinem Vulkan", San Antonio.
 
Einige Fotostopps gehörten zu meinem Weg. An den Hängen der Cumbre Vieja hingen wieder dicke, schwere Wolken von Westen... Für diese Jahreszeit eigentlich ein untypisches Wetter – aber nicht weniger schön und beeindruckend... Am San Antonio wurde ich bereits von den Parkwärtern in Empfang genommen. Man versuchte mir auf deutsch zu erklären, dass ich ca. 20 Minuten über den Vulkan laufen würde und um 3 Uhr die Videovorstellung zur Entstehung der Vulkane und zum Ausbruch des Volcan Teneguìa in 1971 starten würde... Ich sollte erst laufen, dann im Videoraum sein. Ein zweier junger Palmero grinste und neckte seinen Kollegen damit, dass es fragwürdig wäre, dass ich das verstanden hätte... mit seinem Deutsch... Ich grinste zurück und meinte "klar, hab ich das verstanden, ... ganz sicher... hundert prozentig sicher..." Und so wanderte ich mit Tigerchen im Gepäck los.
Ich lies mir alle Zeit der Welt auf meinem Vulkan... Das Video musste ich nicht noch einmal sehen, da ich es bereits im vergangenen Jahr 2 mal guckte und – dreißterweise einfach mit meiner Fotokamera mitgeschnitten habe... anstelle die 15 Euro für eine DVD auszugeben... Okay, zugegeben, jetzt fehlen ein paar Anfangsminuten, aber die kann ich verschmerzen... ;)
Nach meiner Zeit auf dem Antonio trat ich die Rückreise nach Puerto Naos an... aber wie bekanntlich führen viele Wege nach Rom – so auch nach Puerto Naos... ich fuhr über die Ostseite heim... vorbei an der Cueva del Belmaco... wieder im Gedanken an die tolle CD von Ima Galguèn... aber kaufen...? ... nicht heute... Morgen vielleicht, oder Übermorgen... oder nächstes Jahr...

"Weiter durch Hoyo de Mazo... da kannte ich damals, vor 9 Jahren, doch eine Abkürzung... die suche ich doch jetzt mal, Tigerchen... vielleicht finde ich sie ja noch wieder..."

Naja... es war nicht genau die Abkürzung, die ich meinte, aber sie ging auch wieder steil und schnur-stracks den Berg hinunter anstelle sich entlangzuschlängeln... Wir fuhren am Aeropuerto entlang und wieder kam der Gedanke, vielleicht doch endlich mal an der Pyramide zu halten... Einen Parkplatz gibt es aus Richtung Flughafen kurz hinter dem Mirador de Los Cancajos... aber an dem ist man immer so schnell vorbei...

"Tigerchen, ich müsste mich echt mal drauf konzentrieren, dass ich die kleine Parkbucht früh genug sehe und da rein abbiege... was?!"

Und schwupps, war sie schon wieder an mir vorbei...

"Also heute dann doch nicht, einen anderen Tag vielleicht..."
 

Dafür hielten wir am Mirador de la Cumbre auf der Strecke zum Tunèl de la Cumbre. Dort konnte ich wunderschöne Fotos von der Ostseite und Santa Cruz machen. Danach ging es wieder nach Hause... Natürlich nicht ohne Gruß an die Virgen del Pino, die wir immer sehen konnten, wenn wir auf der Westseite von der Cumbre herunter ins weite Aridane-Tal kamen.

"Was essen wir denn heute? Ich habe nicht nochmal Lust in das ‚la roca‘ zu gehen... die waren da so komisch... probieren wir heute einfach mal den anderen Kiosko aus? Was meinst Du, Tigerchen?"

Wir tigerten über die Treppe neben unserem Haus hinunter zum Strand und zur Promenade... Setzten uns im Schatten in zweiter Reihe in dem kleinen Kiosko hin und durften wieder alles auf spanisch bestellen...

"uno medio litro de Sangìa, por favor, y el filete de pescado con papas fritas al ali oli, por favor."

Ich bekam meinen halben Liter Sangria und auch mein leckeres Essen... Wirklich empfehlenswert. Vermutlich hätte ich noch Stunden dort sitzen können – und sicher auch noch einige "medio litros de Sangria" trinken – aber ich wollte doch wieder Radio La Palma spielen... So gingen Tigerchen und ich schnaufend und vom Sangria leicht beflügelt nach Hause auf unsere Klippe.

"War das heute nicht wieder ein schöner Tag, Tigerchen? Und wir haben ganz viel spanisch gesprochen. Wir können das... Wir können das so gut, dass man uns immer verstehen wird, was wir wollen oder brauchen... Es reicht nicht zu einer klassischen Unterhaltung, aber wir können freundlich, höflich und relativ klar sagen, was wir wollen... Is‘ das nich‘ klasse?! Ach komm, es war ein langer, erlebnisreicher Tag, wir gehen jetzt schlafen... Buenos noche."
 

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Bitte beachten Sie: die Reisen wurden letztmals am 25.09.2017 - 04:40 Uhr aktualisiert. Alle Preise sind "ab"-Preise, d.h. je nach Verfügbarkeit kann sich der Preis kurzfristig ändern. Aktuelle Sucheinstellung: , früheste Abreise 25.09.17, späteste Rückreise 25.09.17
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