"Dodos La Palma", Teil 6/8 (02.07.2007)

Reisebericht von dodo13, Reisezeitraum Juni 2007 nicht bewertet report_rating
Verfasst zur Region: Spanien  > La Palma Dieser Reisebericht wurde 2614 Mal angeschaut
 

Montag, 02.07.2007

 
Montag Morgen... "Lunes, dìa para visitantes en el museo de la seda en El Paso... 

 
 
Klasse!!! Tigerchen, heute geht’s ins Seidenmuseum nach El Paso... Endlich... Ich freue mich riesig darauf...!!! Du Dich auch?"


Und schon waren wir auf der Piste... Natürlich nicht, ohne vorher festgestellt zu haben, dass die Brandung extrem stark war, am Strand einige Stellen stark ausgespült und der halbe Strand überflutet wurde... Wir schienen Springtide zu haben... Klasse...!!!

"Tigerchen, ‚klasse‘ scheint mein geflügeltes Wort hier geworden zu sein. Ist Dir das auch schon aufgefallen???"
 

In Los Llanos entschlossen wir uns, die alte Straße nach El Paso zu suchen... Die war ich schon vor 9 Jahren mal gefahren... steil, geradeaus und abenteuerlich... so kannte ich sie ... und so war sie auch heute noch... add on fand ich auf halber Strecke eine Ampel vor. Eine besondere Herausforderung an diesem steilen, engen Straßenabschnitt... Aber wir gelangten gut und wohlbehalten nach El Paso. In der Nähe des Seidenmuseums fand ich eine kleine Straße, die keine gelben Seitenstriche hatte... da durfte ich anscheinend parken... Eine kleine Kapelle war direkt nebenan und die große Plaza mit Hauptkirche direkt über mir... Alles wurde von uns in Augenschein genommen... Es war wieder richtig schön...

"Aber an unsere Virgen del Pino kommt keine ran... meinst Du nicht auch, Tigerchen?"
 

Dann gingen wir direkt ins Seidenmuseum. Ein kleines Museum, aber um so interessanter... Eine Seidenweberin kam mir entgegen, kassierte die 2 Euro Eintritt und fragte mich nach der Sprache... Deutsch oder Englisch gab ich ihr zurück... Es war wohl beides möglich... ...na dann doch Deutsch... Sie erklärte mir, dass sie ein wenig Deutsch spräche und ich freute mich natürlich um so mehr, als dass ich in englisch vermutlich nur die Hälfte dieser Fachinformationen verstanden hätte... Sie führte mich ins Museum und zur ersten Station der Seidengewinnung. Ich bekam einen Korb voller Seidenraupen unter die Nase gehalten... Eine Raupe lebt 45 Tage, bevor sie sich in ihren Cocon spinnen. Ich beäugte noch ganz gespannt diese riesigen Raupen, als sie den Korb wieder wegstellte... Doch dann merkte ich erst, dass die Raupen sich bewegten... "Hey, die leben ja", rief ich richtig glücklich... Das war doch echt mal was... ein Museum, in dem nicht alle Ausstellungsstücke tot sind... "Ja sicher leben die, hier in El Paso gibt es ganz viele Seidenzüchterfamilien" und schon hatte ich ein Foto mit den Zuchtkästen in einem großen Lagerraum vor Augen. Danach folgte ein zweiter Korb mit Seidenfaltern – natürlich lebend – den Eiern der Seidenfalter und einigen Seidencocons... Alles lebendig... Dieses Museum hatte für mich schon gewonnen... Das war so schön, in einem Museum "Leben betrachten" zu können...
 
Inzwischen erfuhr ich, dass aus einem Cocon ca. 1000m (1km) Seidenfaden gewonnen wird. Der Cocon wird in heißes Wasser geworfen und dadurch löst sich der Faden... Ich kann mich leider nicht mehr daran erinnern, wieviele Fäden gemeinsam einen ersten Gewebefaden ergeben, wenn sie zur Reißfestigkeit verdrallt werden... ich meine aber, es waren 100. Danach wird dieser erste "Rohfaden" wiederum mit 20 anderen verdrallt und ergibt den Faden, der zum Weben genutzt wird. Die Seide ist zu Beginn noch völlig hart... Erst das Waschen in Seifenlauge macht sie so weich und geschmeidig, wie wir sie kennen.
 
Das Färben erfolgt mit Naturfarben. Das Rot der Cochenille-Laus bringt je nach Mischung mit Zitronen und Salz leuchtende Rot-Töne bis hin zum leichten Rosé... Nußschalen ergeben ein dunkles, kräftiges Braun, die Indigo-Pflanze steht für Blau- und Lila-Töne, auch mit Zwiebelschalen wird ein helles Braun bis Beige erzeugt. Alm – Mandeln... auch die werden verwertet... für Erdtöne... Baumheide (Brexa) gibt Grüntöne... Es war so dermaßen spannend, ich hätte der netten Frau ewig zuhören können... Beim Weben eines Schales konnte ich auch zuschauen... Auf meine Frage nach Verkauf erhielt ich die Auskunft, dass alles auf Bestellung gefertigt würde... und dann gerne nach Deutschland gesandt wird. Ein Zucken war zu bemerken, um direkt die Bestellung zu notieren... Aber hierbei wollte ich es belassen... Eine Bestellung aufgeben würde eindeutig mein Budget sprengen...

"Schade eigentlich, Tigerchen, eine Bestellung eines handgefertigten Exemplars aus Seide, dass wäre doch was gewesen... was? Auch schade, dass die hier keine Trachtentücher verkaufen... Denen hätte ich gerne etwas zukommen lassen – solch ein Auftrag wäre etwas besonderes gewesen... Naja... egal... wir haben ja ein traumhaftes, rotes Trachtentuch... Aber was hältst Du davon, wenn wir jetzt auf die Ostseite fahren und an der Cueva del Belmaco vorbei gucken... wenn ein Parkplatz frei ist, holen wir uns doch endlich mal eine CD von Ima aus dem Nordwesten... Und danach gucken wir mal im Süden, in unserer Bucht bei El Faro, wie die Wellen herein gischten... bei Springtide..."
 

Und so fuhren wir durch den Tunèl de la Cumbre auf die Ostseite, hielten an der Cueva del Belmaco, bekamen die CD von Ima Galguèn – ohne zu wissen, wie besonders sie ist – und landeten schlussendlich bei den Windkrafträdern in unserer Bucht bei El Faro... Die Wellenbrecher waren gigantisch... Fotos, Fotofolgen, Videos... bald war die erste 2Gig-Karte im Foto aufgebraucht und die zweite in Bearbeitung genommen... Ich las wieder fröhlich meinen Schafkrimi, der sich mit seinen 375 Seiten nun fast dem Ende neigte und wir beide genossen die Gischt und den starken Wind im Gesicht und auf der Haut. Irgendwann wurde es Zeit für einen Ortswechsel. Gegen 3 Uhr fuhren wir nach El Faro, wo wir die Fenster geöffnet im Auto saßen, der Wind weiter um unsere Nasen wehte und die letzten Seiten meines Schafskrimis vor Augen vorbeizogen...

"Oh welch ein ruhiger, schöner Tag. Viel gesehen und erlebt und doch alles ganz gemütlich... Tigerchen, es ist fast 5 Uhr, wenn wir jetzt heim fahren, dann kommen wir genau richtig zur Essenszeit an unseren Kiosko mit dem leckeren Sangria..."
 

Wir fuhren über Las Caletas hinauf nach Fuencaliente und über die Westseite zurück nach Puerto Naos. Im Kiosko bestellte ich heute diesen seltsamen Schweinerücken mit Spiegelei und Pommes... das alles sah mehr wie 1cm-dick geschnittene Scheiben von gekochtem Schinken aus, die kurz in der Bratpfanne gewälzt wurden... Aber es war recht lecker... Vor allem mein "medio litro de Sangrìa"...
 
 
Danach wurde es Zeit für unsere Terrasse, die Paraglider und das Meer... Die Brandung war immer noch wunderschön und wesentlich stärker als an "normalen Tagen". Frau Elvers turnte wieder an den Pflanzenkübeln über dem Abgrund der Klippe herum und befestigte abgefallene Mauerplatten. Ich konnte ihr wenigstens die kleinen Kachelstücke anreichen, damit sie sie nicht noch beim Klettern mit einer Hand halten musste...

"Oh Tigerchen, jetzt ist es schon wieder dunkel und spät... jetzt haben wir nur noch Morgen... und da haben wir viel zu erledigen... was dürfen wir denn alles nicht vergessen... zuerst müssen wir einkaufen und einen Wein von Tamanca als Dankeschön für Frau Elvers holen. Dann fahren wir zum Aeropuerto, um unseren Flug zu checken, vielleicht schaffen wir es ja dann doch endlich noch, uns die Pyramide anzusehen... Aber wir müssen auf alle Fälle bei nuestra Virgen del Pino noch ‚auf Wiedersehen‘ sagen und ein paar Kerzen anzünden... Dann wäre es doch toll, wenn wir in Los Llanos doch noch die ‚Schwarze Madonna‘ für Tante Gabriele fotografieren, ohne dass sie verwackelt. Und danach schauen wir in Villa de Tazacorte vorbei... auf der Plaza, die doch so schön sein soll... Da haben wir volles Programm bevor wir packen müssen... Hoffentlich passt alles in den Koffer... Aber es bleibt mir sicher nix anderes übrig, als die Arbeitsschuhe anzuziehen, die ganzen Reiseführer-Bücher und die kleinen Fuencaliente-Salzstreuer à 100gr. ins Handgepäck zu nehmen... Wird dann etwas enger für Dich, aber das klappt schon irgendwie, denn sonst ist der Koffer übergewichtig... na gut, sehen wir alles Morgen... Schlafe schön, mein Tigerchen...
 

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