"Dodos La Palma", Teil 8/8 (04.07.2007)

Reisebericht von dodo13, Reisezeitraum Juni 2007 nicht bewertet report_rating
Verfasst zur Region: Spanien  > La Palma Dieser Reisebericht wurde 3037 Mal angeschaut
 

Mittwoch, 04.07.2007

 
4Uhr27 ... oh man...verdammt früh, aber ich muss auf’s Klo und irgendwie ist die ganze Nacht verdammt windstill und stickig schwül. Eigentlich konnte ich kaum richtig schlafen wegen der Hitze und jetzt noch mal für eine halbe Stunde ins Bett legen, um dann völlig gerädert aufzustehen bringt auch nichts... Also stand ich auf...
Ein letzter Blick und Gruß zu den Vulkanen des Südens, die über das Hotel Sol La Palma hinweg zu sehen waren, ein letzter tiefer Atemzug voll frischer Meerluft, ein letztes Foto vom Strand in der dunklen Einsamkeit der Nacht.
 
Um 5 Uhr waren wir bereits abfahrbereit am Auto, brachten den letzten Müll zur Mülltonne in der Straße und fuhren los... Nach La Laguna und zum letzten Mal für dieses Jahr die steile Straße hoch zur LP 2 zwischen Los Llanos und El Paso... Weiter hinauf zum Tunèl de la Cumbre und rüber zur Ostseite, durch die Wolken hindurch zum Flughafen... dort waren wir kurz vor 6... und standen vor verschlossenen Türen... Bis um halb 7 geöffnet wurde, sprachen mich schon 2 Palmeros die dort arbeiteten auf die verschlossenen Türen an... "Cerrado, si." – Geschlossen, ja... "Pero no problemo."
 
Ich war der erste Fluggast im Flughafen und es war eine angenehme Stille und Ruhe. Ich konnte alle Vorbereitungen beobachten, bis die Check-in-Schalter geöffnet werden konnten... Irgendwann tauchte eine deutsche Mutter mit Tochter auf, denen ich mich am Schalter anschloss. Wir unterhielten uns eine ganze Zeit lang. Ich erfuhr, dass sie aus der Gegend um Bremen kamen, das erste Mal auf La Palma waren, 2 Wochen in La Punta zwischen El Time und Tijarafe verbrachten und etwas schockiert waren, dass man hier nur mit spanisch weiter käme... Die Zeit verflog bis zum Check-in... Wir waren ziemlich die Ersten an den Schaltern und verbrachten darauf hin die verbleibende Zeit im ersten Stockwerk auf einem der Aussichtsbalkone. Mir blieb genügend Zeit mich innerlich etwas über meine übertriebene Vorsicht hinsichtlich des Koffergewichts aufzuregen... Nun stand ich da mit den dicken, schweren Arbeitsschuhen an den Füßen, dem überschweren Handgepäck und mein Koffer wog nur 18 kg. ...*grmpf*...
Naja,... um 8 Uhr beschlossen meine beiden Gesellschafterinnen noch etwas Bummeln zu gehen und ich verabschiedete mich in den zollfreien Bereich... Am Zoll angekommen zog ich direkt die schweren Schuhe aus... Die müssen sowieso durchleuchtet werden, da sie beim Durchgehen ...*quieken*... würden... Ich legte alles auf das Durchleuchtungsband und ging durch den Zoll... Nun war wirklich keine Rückkehr nach La Palma mehr möglich.. Aber in diesem Moment hatte ich auch schon innerlich vollständig Abschied genommen... Jetzt galt es sich vollkommen auf den Flug und die Heimkehr zu konzentrieren... Nächstes Jahr... das steht fest!!!... komme ich ja wieder...
Im Wartebereich ist seit einigen Jahren eine kleine Snackbar eingerichtet... von Ferne sah ich dort Weinflaschen zum Verkauf angeboten... Die Gelegenheit!!!

"Tigerchen, wir nehmen noch Wein mit... wer weiß, ob die Flaschen im Koffer heil ankommen... dann haben wir hier noch mal eine Ausweichmöglichkeit..."

Ich holte – mit Hilfe einiger spanischer Wortbrocken – eine Flasche vino tinto und vino blanco de la Bodega Vega Norte...
 
Um kurz nach 9 durften wir dann endlich boarden... Ich bekam wieder meinen XL-Seat am Notausgang, Flugrichtung links... der Platz neben mir blieb leer... Ich hatte wirklich Glück... Auch heute könnte ich mich wieder breit machen...
Der Flug verging "wie im Flug", ich bekam Frühstück, machte ein Nickerchen, wartete geduldig auf die Landung und verfolgte von Bern aus unseren Anflug auf Frankfurt. Die Landestrecke war eindeutig schlecht geteert... Einige Wolken holperten ziemlich... Tja, auf die Luftstraßen ist halt auch kein Verlass mehr... Kurz nach 3 Ortszeit Frankfurt war ich am Gepäckband und wartete... und wartete... und wartete... aber zum Glück standen ja auch meine beiden Gesprächspartnerinnen noch dort drüben und warteten genauso auf die Koffer... Um 4 Uhr endlich, nach über 15 Minuten ohne einem einzigen neuen Koffer auf dem Belt, kam die letzte Ladung voll Koffer... Mitunter auch meiner... ziemlich demoliert, aber ich hatte weder Lust noch Nerven, jetzt alles zu Reklamieren... Ich musste dringend auf’s Klo und wollte eigentlich nur noch heim... Also ging ich durch den Zoll und vorne winkten mir schon freudig Mutti und Vati entgegen. Wir fuhren gemütlich nach Hause und ich packte aus... Es war alles heil geblieben... bis auf ein 500-gr-Paket Salz... na, das wurde dann aus dem Koffer heraus gelöffelt und kann nun zum Kochen von Papa Arrugadas verwendet werden...

"Aber Tigerchen, was es doch hier in Deutschland laut und hektisch ist... schrecklich... hier hast du ja absolut keine Möglichkeit deinen Gedanken nachzuhängen oder in Ruhe eine Beziehung zu dem Fleckchen Erde, auf dem du gerade gehst und stehst, aufzubauen... Ist das nicht traurig? Aber war es nicht suuuper schön auf La Palma? Klasse!!! Wir waren da jetzt echt eine ganze Woche alleine... Aber wir waren nicht alleine. Du warst bei mir und ich war bei Dir und wir haben uns mit ganz vielen netten Menschen unterhalten... und abends konnten wir mit zu Hause sprechen... War das nich‘ klasse?! Oh Tigerchen, is‘ das nich‘ klasse? Und nächstes Jahr wieder! Versprochen – Du kommst wieder mit!!! Ich hab Dich lieb!!! Und Morgen beginne ich den Reisebericht zu schreiben, damit wir nichts – aber auch rein gar nichts vergessen können. Ich hoffe ich werde noch alles so zusammen kriegen, aber zumindest werden 90-95 schriftlich festgehalten sein – und auch unsere Gedanken schreibe ich auf... das mit dem Queso asado und der Insel, oder das ‚gemeinsame Schweigen‘ und vor allem das mit der ‚zeitlosen Zeit‘... alles kommt rein in den Bericht... und wir hören uns mal die CD von Ima Galguèn an... ich hoffe, sie ist wirklich so toll, wie ich es gelesen habe... Aber normal kann da nicht viel schief gehen... Bisher habe ich noch immer all das bekommen, was ich brauchte oder was gut für mich war... und wenn es durch Zufall dann doch mehr solche traditionelle Timples-Musik sein soll, dann isses eben so, aber ich glaube schon, dass wir beide gut eingekauft haben und die Musik passt und auch unsere Mitbringsel allen anderen Freude bereiten... Tigerchen, es war soooo schön... Ich freue mich auf unsere Rückkehr nach La Palma – nächstes Jahr – hasta luego en uno ano!!!"

Nachwort (Freitag, 06.07.2007)

 

*Si San Borondon, la Non Trubada, es la isla magica por excelencia, el espiritu evanescente del mar de las Canarias, espejismo de una oculta realidad, Ima, su hermana insula, se presenta como el mayor misterio. Angel tutelar, puerta y llave a la vez, Ima es un sueno destinado a hacerse realidad por los renacidos hijos de la Atlandtida. Ella espera, como la Esfinge, y solo a quien responda a sus preguntas abrira su verde corazon.* (Oscar Garcia)
 
Die CD ist umwerfend, sie treibt Tränen in die Augen und ist so faszinierend und besonders wie die Insel... Sie bringt die Magie La Palmas richtig rüber.... Es war ein guter Kauf – ich wünschte, ich hätte auch die DVD dazu gekauft... Sicher sind die einzelnen Lieder mit Bildern der im Song beschriebenen Stellen hinterlegt... Ima Galguèn hat einen neuen Fan gefunden...
Tigerchen sitzt neben mir und schreibt fröhlich am Reisebericht mit... Stumm natürlich, wie die ganze Zeit über... Aber er ist dabei und liefert die Erinnerungen und Gespräche, die mir in Gedanken durch gehen...
Ich glaube, wo ich auch auf der Insel hin kam, hat man verstanden, dass Tigerchen bei mir sein musste – ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand hinter unserem Rücken gelacht hat... Es war offensichtlich, dass ich "alleine" unterwegs war... In so einem Fall hat jeder Verständnis für eine 35-Jährige mit Kuscheltier im Rucksack... Tigerchen war mein Markenzeichen, meine Erkennungsmarke...
 
Jetzt ist mein Bericht fertig und eigentlich ist er nur für mich geschrieben... für mich ... und Tigerchen... Damit wir nicht vergessen – damit wir uns immer erinnern – damit wir immer wieder ein bißchen La Palma in unsere Erinnerung und unser Herz zurückholen können.
 
Yo querer La Palma mucho mas!

 
 
 

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