28.08. - 04.09.2005 in Turgutreis - ein Traum

Reisebericht von sprachlos69, Reisezeitraum September 2005 nicht bewertet report_rating
Verfasst zur Region: Türkei  > Türkische Ägäis  > Turgutreis Dieser Reisebericht wurde 3539 Mal angeschaut
 
Sonntag, 28.08.05

Wir landen gegen Mitternacht auf dem Flughafen Milas Bodrum. Ein kleiner überschaubarer Flughafen umrandet von Bergen – kein Vergleich zu Frankfurt. Unser Koffer ist der erste auf dem Band. Das hatten wir ja noch nie erlegt J

Raus aus dem klimatisierten Gebäude und die warme türkische Luft schlägt uns entgegen. Trotz der nächtlichen Stunde ist die Temperatur noch sehr hoch. Nach einigem Suchen haben wir unseren Abholer gefunden. Er spricht weder deutsch noch englisch. Unser Türkisch lässt sehr zu wünschen übrig, also geben wir den Versuch einer Unterhaltung auf. Schade, daß es so dunkel ist. Man erahnt nur die Umgebung und tatsächlich sehen wir nur die hell erleuchtete St. Peter Burg von Bodrum.

Vom Flughafen bis Bodrum sind es ca. 40 Kilometer. Weitere 19 Kilometer sind es bis Turgutreis. Wir kommen gegen 01:30 Uhr im Hotel an und werden sehr liebevoll von Arap in Empfang genommen.

Hos Geldiniz „Wie erfreulich, Sie zu sehen!“

Hos Bulduk „Erfreulich auch für mich!“

Ein kühles Tuborg vom Fass und ein kurzer Plausch – dann geht es ab aufs Zimmer und in die Heia.
Montag, 29.08.05
08:00 Uhr türkischer Zeit (eine Stunde vor Deutschland): Erstaunlich früh sind wir auf. Der erste Blick vom Balkon übertrifft Andys Erwartungen: Das Meer liegt türkisblau vor uns. Die türkischen und griechischen Inseln liegen vor uns. Ein erster Blick gen Kos – ein zweiter Blick in den stahlblauen Himmel. Die Sonne brennt auf uns herab. Herrje ist das schön ...

Wir frühstücken das spartanische Frühstück. In der Türkei gibt es nur Schafskäse, Tomaten, Gurken, Oliven, Butter, Marmelade und gekochte Eier. Eine Woche übersteht man das gut J

Nach dem Frühstück ist unsere erste Badezeit eingeläutet. Zum hoteleigenen Strand sind es 5 Schritte und nach weiteren 5 Schritten stehen wir im Mittelmeer. Es ist herrlich.

Figen, die Reisebetreuerin unseres Hotel findet uns am Strand und ist ganz verblüfft, daß wir schon wach sind. Morgen bietet sie eine blaue Reise an. Wollten wir mit? Natürlich – einen schöneren Geburtstag kann ich mir für Andy nicht vorstellen. Gemeinsam mit Figen plane ich den morgigen Tag. Figen lässt es sich nicht nehmen für Andy einen Kuchen zu backen. Jeder Versuch es ihr auszureden scheitert, aber ich kann die 40 Kerzen verhindern.

Nach einem ersten ausgiebigen Strandvormittag schlendern wir in Richtung Ortskern. Unser Hotel liegt fast am Ende von Turgutreis und dadurch sind wir weit weg von Trubel und Halligalli. Genauso wie wir uns es erhofft hatten.

Turgutreis hat sich in den letzten 18 Jahren vervierfacht. Ich erkenne nichts wieder. Der Marktplatz – früher nur ein staubiger Sandplatz mit kleinen Kneipen ist nun gepflastert und mit Blumenbeeten eingerahmt. Gott sei Dank steht wenigstens Atatürk noch auf seinem Sockel und am altbekannten Platz. Ich erkenne ihn wieder. Ob er mich auch noch erkannt hat?

In den Basarstraße der Altstadt essen wir eine Pide (türkische Pizza in Schiffchenform). Andy testet Efes-Bier und ich trinke meinen ersten Cay. Serefe! Eine kleine Katze findet zielsicher den Weg zu Andy. Sie ist ausgemergelt und hat ganz offensichtlich gerade geworfen. Andy kann es nicht mit ansehen und teilt seine Pide mit der Kleinen. Zufrieden schnurrend bleibt sie bei uns liegen.

Wir laufen am Strand zurück zu unserem Hotel und legen uns wieder an den Strand.

17:00 Uhr - Five o’clock tea: Ein kostenloser Service von unserem gastfreundlichen Wirt. Es gibt Cay, Kahve und selbstgebackenen Kuchen. Auch ein erster Plausch mit Arap und Mustafa ergibt sich. Unser Hotel hat 32 Zimmer. Belegt sind zur Zeit nur ca. 10 Zimmer. Wir sind wie eine kleine Familie und wurden sofort „aufgenommen“.

Nun wird es Zeit für eine Dusche und ausgiebiges Eincremen. Wir haben doch tatsächlich schon eine Spur von Bräune auf dem Körper entdeckt. Das Abendessen wird auf der Dachterrasse serviert. Wir gehen schon um 19:00 Uhr hoch und erleben unseren ersten Sonnenuntergang. Arap leistet uns Gesellschaft und ich versuche den Sonnenuntergang in Fotos festzuhalten.

Abendessen gibt es ab 20:00 Uhr. Jürgen, ein Hotelgast und „Wiederholungstäter“ im Sar Beach hat uns schon vorgewarnt. Hier wird man satt und lecker soll es auch sein. Er hat uns nicht zu viel versprochen.

Das Menü beginnt mit einer Suppe. Auch Andy – obwohl nicht krank – isst sie auf. (Anmerkung der Redaktion: Suppe und Tee nimmt Andy normalerweise nur zu sich, wenn er krank ist.)

Anschließend bedienen wir uns am Salatbüffet. Ich schwelge in Ruccola und schlage mir den Bauch damit voll. Noch während des Salates bringt Arap sechs kleine Tellerchen für uns. Auf jedem Tellerchen ist eine andere Köstlichkeit zu finden: gebackene Auberginen, geschmortes Gemüse, eine scharfe rote Paprikapaste, angemachter Joghurt a la Zaziki, Okra und und und ... Dazu gibt es Weißbrot und wir verputzen alle Köstlichkeiten.

Nun folgt das Hauptgericht: Heute ist es gebratenes Hühnchenfleisch am Spieß mit Reis. Ich platze schon vorher und vererbe Andy einen Großteil meines Fleisches. Den Reis geb ich nicht her. Der ist so lecker J

Trotz meines Protestes bekommen wir zum Dessert eine große Platte mit leckerem Obst. Ein kleines Stückchen Pfirsich schaffe ich noch. Andy versucht sich den Rest aufzuessen, aber sogar er scheitert an der Menge und gibt auf.

Nun sind wir satt und müde. Wir werfen noch einen letzten Blick auf die Wellen und gehen zu Bett. Sanft werden wir vom Rauschen des Meeres in den Schlaf gewiegt.
Dienstag, 30.08.05 – Andy wird 40 Jahre !!!

Ich küsse meinen „alten“ Mann wach und gratuliere ihm. Er sieht noch genau so aus wie gestern und ich bin beruhigt. Sein Geschenk von mir (eine Uhr mit Motorradmotiv auf dem Zifferblatt) darf er im Bett auspacken.

Unser Frühstückstisch ist mit Blumen geschmückt. Zum ersten Mal bekommt Andy Hibiskusblüten zum Geburtstag. All unsere „Jungs“ kommen zum gratulieren und auch ein paar der Gäste haben mitbekommen, daß es einen Anlass zum feiern gibt.

Um 09:00 Uhr fahren wir mit dem hoteleigenen Minibus nach Bodrum. Figen erwartet uns bereits am Hafen und gegen 10:00 Uhr gehen wir an Bord. Langsam fahren wir aus dem Hafen heraus und zielsicher auf ein Tankschiff zu. Mehr aus Blödsinn frage ich, ob wir denn noch tanken wollen. Wir wollen ... Mitten auf dem Mittelmeer docken wir an und bekommen den Zapfhahn gereicht. Auf der Zapfsäule wird verkündet, daß man alle gängigen Kreditkarten nimmt. Wir lachen uns schlapp.

Nach ca. 1 ½ Stunden auf dem ruhigen klaren Meer fahren wir in eine Bucht. Da am 30.08. in der Türkei Nationalfeiertag ist sind viele weitere und auch private Schiffe schon da. Nicht mit einsamer Bucht, aber ruhig ist es.

30. August: Tag des Sieges (Zafer Bayrami). Gefeiert wird der Sieg über die Griechen

Wir ankern und schon hopsen die ersten in das türkisblaue Wasser. Man sieht ca. 7 Meter tief auf dem Meeresgrund Seesterne und Seeigel. Es ist faszinierend – ein atemberaubender Anblick. An Bord wird das Mittagessen zubereitet. Nudeln, Fleisch und Salat. Es schmeckt uns ausgezeichnet und zur Verdauung geht es wieder ab ins Wasser.

Nun steuern drei „Seelenverkäufer“ unsere Bucht an. Schiffe, überladen mit Touristen (wir sind 15 Personen an Bord – da drüben sind es ca. 50 ...) und laute Techno-Musik. Aus ist es mit der Ruhe und wir holen den Anker ein. Es gibt noch mehr Buchten rund um die Bodrumer Halbinsel. Nach einer halben Stunde laufen wir in einer kleinen Bucht ein und sind mutterseelenallein. Wir nutzen es aus und schwimmen, sonnen, reden, schweigen. Figen und ich gönnen uns einen Raki in der Sonne.

Noch eine weitere Bucht steht auf unserem Plan und hier trinken wir Kaffee und Tee. Figen bringt den selbstgebackenen Kuchen mit 3 ½ Kerzen aus der Kajüte. Andy ist schon ein bißchen gerührt J

Auf dem Rückweg sitzen wir am Heck. Die hohen Wellen spritzen uns nass – es gefällt uns sehr gut ...

Zum Abendessen sind wir wieder im Hotel, genießen unser Menü auf der Dachterrasse und flüchten alle ziemlich schnell in die Betten. So eine Seefahrt macht ganz schön müde ...
Mittwoch, 31.08.05

Nach dem Frühstück genießen wir Strand, Sonne und Meer. Um 13:00 Uhr fahren wir „mit den Tübingern“ nach Bodrum. Andys erste Dolmus-Fahrt – nicht gerade herbeigesehnt, doch ich denke, daß man das einfach mal erlebt haben muss. Wir fahren für YTL 2,50 pro Person von Turgutreis nach Bodrum – umgerechnet (./. 1,62) sind das € 1,54 für 19 Kilometer. Beachtlich günstig und ein Erlebnis, das man sich nicht entgehen lassen sollte.

Der Dolmus hält immer und überall, sobald jemand am Straßenrand steht und winkt, oder wenn im Dolmus jemand ruft. Es gibt 13 Sitzplätze hinten und 2 Sitze neben dem Fahrer. Doch tatsächlich sind wir ein kurzes Stück 23 Personen an Bord, denn schließlich kann man ja auch stehen. Wie war das? Lieber schlecht gefahren als gut gelaufen ...

In Anbetracht der Masse und des Gewichtes wundert es uns nicht, daß der Dolmus an den Berganfahrten nicht mehr als 20 km/h schafft. Runter geht’s dann immer ziemlich flott. Die Fahrt dauert fast eine Stunde und ich habe aufgehört die ganzen Zwischenstopps zu zählen. Es waren sehr viele J

In Bodrum angekommen trennen wir uns von den Tübingern und marschieren auf eigenen Faust los. Ich erkenne noch einiges, denn der eigentliche Kern von Bodrum hat sich nicht sehr verändert. Vom Dolmus Parkplatz aus laufen wir in Richtung Hafen und biegen in die Basar Straßen ab. Das Angebot ist mehr als reichhaltig, aber wir können uns sehr gut beherrschen und widerstehen all den Nike, Adidas, Dolce & Gabbana, Prada und weiteren Markenartikeln. Wir wollen nämlich am Samstag in Turgutreis auf dem Wochenbasar einkaufen gehen. Die Preis sind für deutsche Verhältnisse lachhaft günstig, aber im Vergleich zu Turgutreis hoch. Das haben wir schon festgestellt.

Wir lassen uns treiben und genießen das Gewimmel. In Richtung Halikarnas (damals die größte Open Air Disko in Europa – heute „nur noch“ auf Platz 2) laufen wir an der Strandpromenade entlang an unzähligen Kneipen, Pubs und Bars. Früher waren hier mal noch alte, traditionelle Geschäfte, aber sie mussten dem Massentourismus weichen. Trotz allem ist es angenehm und wir freuen uns, daß wir es genießen, aber nicht so lebe müssen. „Unser“ Turgutreis ist doch viel schöner J

Einen Döner aus der Hand holen wir uns nebst Wasserflasche und setzen uns in eine kleine Parkanlage mit Blick auf Atatürk (Biografie – siehe weiter hinten). Der gute Knabe steht hier überall rum – mal in Bronze, mal nicht, aber immer auf 'nem Sockel.

Frisch gestärkt zieht es uns zur Burg St. Peter. Sie steht sehr imposant im Hafen und vermittelt den Eindruck großer Sicherheit, wenn man versucht sich in die damalige Zeit zu versetzen. Wir haben das Pech einer langen Schlange an der Kasse und geben es auf ins tiefste Innere der Burg vorzudringen. Die Sonne brennt auf uns herab und so suchen wir uns ein schattiges Plätzen im Burgcafe am äußeren Rand. Ein Tee erfrischt uns Beide (und Andy ist immer noch nicht krank – langsam kommt er auf den Tee-Geschmack).

Uns zieht es nun ins kalte Nass und an unseren Strand zurück. Wir treten die Heimreise im Dolmus an. Zum Abendessen sind dann auch die Tübinger wieder da und gemeinsam mit Jürgen teilen wir uns heute eine große Tafel. Noch lange sitzen wir zusammen und quatschen über Gott und die Welt (oder war es Allah?)
Donnerstag, 01.09.05

Heute wollen wir einfach nur faul sein ... Andy trauert noch immer seinem Motorradheftchen nach. Mit Sicherheit liegt es nicht mehr in der Abflughalle in Frankfurt. Es wird einen anderen Leser gefunden haben. Ich vertiefe mich in die Highlands (Dani sei Dank) und lese mir die Augen rund. Dazwischen werfen wir uns wieder und wieder ins Meer. Die Sonne trocknet uns immer sehr schnell.

Mittagessen – wir laufen nach Turgutreis und futtern in den kleinen engen Gassen. Andy schwelgt im Döner und ich verputze Lahmacun mit Dönerfleisch (türkische Pizza – sieht aus wie Pfannkuchen und ist superlecker.)

Den Nachmittag verbringen wir wieder faul am Strand. Claire und Jamie begleiten mich. Andy quatscht mit unserem Pfeiferauchenden Jürgen.

Das Abendessen müssen wir heute „unten“ einnehmen, denn der Wind ist stärker geworden. Es ist trotzdem superlecker und wir bleiben in netter Runde bei Bier und Wein sitzen.

Ein rund um fauler Tag geht zu Ende ...
Freitag, 02.09.05

Die „Chefin“ will Teppiche kaufen und fährt deshalb ins Hinterland. Wer mitfahren will, der kann das tun. Wir wollen und auch die Tübinger sind wieder mit dabei.

Mit dem hoteleigenen Bus geht es über Bodrum (Figen steigt zu) ins Hinterland. Wir fahren durch Pinienwälder in die Berge. Die karge Landschaft ist sehr reizvoll. Unterwegs halten wir an einer Wasserzisterne und Figen erzählt über türkische Sitten und Gebräuche. Wir sehen den Dorffriedhof und erfahren mehr über die Traditionen bei Beisetzungen.

Weiter geht es bis nach Derince – hier soll dann der Teppichhandel stattfinden. Zuerst besuchen wir das Männerkaffeehaus – auch wir Frauen werden geduldet. Die „Chefin“ ist so freizügig gekleidet, das wir uns wundern. Wir deutschen Frauen haben uns dagegen in Anbetracht des Zieles richtig „züchtig“ angezogen. Die Männer nehmen es gelassen. Scheinbar hat sich der Tourismus auch hier hin schon ab und an verirrt.

Im Männerkaffeehaus trinken wir Tee und Kaffee. Der Muezzin ruft zum Freitagsgebet und Andy hört es jetzt zum ersten Mal in voller Laufstärke. Er hat Gänsehaut – es hat ihm imponiert.

Nach Kaffee und Tee dürfen wir in das Haus eines alten Paares. Wir werden mit „kölnisch Wasser“ und türkischem Honig empfangen und bekommen alles gezeigt. Spartanisch ist die Einrichtung. Teppiche dominieren und die alte Frau sitzt bereits wieder am Rahmen und knüpft den nächsten Teppich. Alle Muster aus dem Kopf – Vorlagen gibt es keine. Es ist schon beeindruckend.

Wir laufen den staubigen Weg zum Teppichhaus hoch. Esel, Kühe, Hühner, Katzen und Hunde begleiten uns. Die Kinder der Chefin werden im Garten eines kleine Teehauses auf einem Kamel eine Runde geführt. Sie haben sichtlich Spaß dran. Wir „Alten“ verzichten ...

Im Teppichhaus bekommen wir ein üppiges Mittagessen serviert und sitzen im Schneidersitz in zwei Runden. Andy hat Probleme seine Beine zusammenzufalten, aber Figen bestätigt ihm, daß er sie auch ausstrecken darf.

Und nun geht es zur Sache: Teppich über Teppich wird vor uns ausgebreitet. Es sind teilweise wirklich wunderschöne Stücke dabei. Wir wollen trotzdem keinen. Da wir von Anfang an keinen Hehl daraus gemacht haben lässt man uns in Ruhe. Die Chefin kauft nach langen Beratungen und mehreren Telefonaten vier Teppich. Die Tübinger erstehen für € 35,-- einen Kelim für den Hund J

Und nun geht es wieder zurück. Wir verabschieden uns von Figen und fahren zurück zum Hotel. Ein Sprung ins Meer und ab unter die Dusche. Das leckere Abendessen wartet schon auf uns. Arap ist fasziniert, weil wir wirklich keinen Teppich gekauft haben J
Samstag, 03.09.05

Basar !!! Heute wollen wir zuschlagen J

Gleich nach dem Frühstück wandern wir los. Das Gewimmel ist unbeschreiblich. Händler rufen und bieten und feilschen um unsere Gunst. Wir erstehen zwei Paar Schuhe für Gabi und Nadine. Andy handelt sie auf € 25,-- runter. Er ist in seinem Element.

Der nächste Einkauf: Acht T-Shirts aller gängigen Marken bunt gemischt und natürlich ECHT für € 25,--. Scheinbar ist die 25 Andys Lieblingszahl heute.

Mehr wollen wir nicht kaufen und treiben einfach so weiter über den Basar. Man könnte ein Vermögen ausgeben und bräuchte anschließend ein zweites Flugzeug für die Einkäufe. Wir jedoch sind „brav“.

Nachdem wir das reichhaltige Angebot der Schmuck, Stoff und Lederanbieter genug in Augenschein genommen haben zieht es mich zu Obst und Gemüse. Auch Tiere werden angeboten und mir blutet das Herz beim Anblick von einem Käfig voller Hasen, die den Käfig mit Kücken teilen. Sie wuseln über und untereinander umher. Daneben stehen Käfige mit Tauben, Gänsen, Hühnern und weiteren Kücken. Sogar Wellensittiche werden feil geboten.
Wir haben die Nase voll und schlendern in die engen Gassen der Altstadt. Ich kaufe ein paar kleine Mitbringsel, denn das Auge der Fatima soll unser Haus und Andere beschützen. Johanna bekommt Olivenöl Seife und auch für Edith erstehe ich welche. Mir selbst kaufe ich ein Fußkettchen mit den Augen von Fatima. Nun bin auch ich vor bösen Blicken geschützt.

Wir gehen zurück zu unserem Hotelstrand. Ein kurzes Bad und eine halbe Stunde Sonne tanken. Es ist schließlich unser letzter Tag.

Um die Mittagszeit bekommen wir ein leichtes Hungergefühl und wir beschließen am Strand entlang die Hotelanlagen in der nächsten Bucht in Augenschein zu nehmen. Also laufen wir trotz brennender Hitze los. Der Wind am Meer tut gut – anders wäre es vermutlich nicht auszuhalten.

Die Hotelanlage mit ca. 1.000 Zimmern gefällt uns überhaupt nicht und so laufen wir einfach immer weiter am Strand. Es sollen 7 Kilometer werden, denn wir landen im nächsten Dorf: Kadikalesi. Das Mittagessen haben wir uns mehr als verdient.

Nach einer Verschnaufpause laufen wir wieder zurück – 14 Kilometer am staubigen Strand bedeuten bei der Rückkehr natürlich: Ab ins Meer J Andy schwächelt – es ist ihm heute zu kalt. Ich bin tapferer und wage mich ganz in die Fluten. Herrlich erfrischend.

Nach dem Five o’clock Tea mit leckerem Bananen-Nuss-Schokoladen-kuchen beschließen wir einen weiteren Besuch auf dem Basar. Die Tübinger brechen kurz vor uns auf, denn kurz vor 18:00 Uhr sind die Preise am besten. Wir sind schon sehr gespannt, ob sie Recht haben werden.

Auf dem Basar ist immer noch die Hölle los. Die Tauben und die Häschen sind verkauft. Ich mag nicht darüber nachdenken, ob sie schon im Kochtopf sind ... Auch die Wellensittiche sind weg. Wir machen die letzten bunten Bilder von Obst und Gemüse – dann schlendern wir in die Altstadt mit den schönen, engen Gassen. Hier ist es ruhiger und hier gefällt es uns ausgesprochen gut.

Und dann geschieht es: Andy verliebt sich Hals über Kopf. Seine Liebe? Eine Bvlgari Uhr ... Er betrachtet, prüft, verhandelt, denkt nach, verhandelt neu. Der Schmuckhändler geht nicht auf € 50,-- ein und Andy beginnt von vorne. Er betrachtet, prüft, verhandelt, denkt nach, verhandelt neu. Der Händler bleibt standhaft ...

Wir gehen weiter und Andy hofft auf den Ruf des Händlers. Er kommt nicht. Wir wandern demonstrativ am Laden vorbei. Der Händler lässt uns ziehen. Andy denkt nach ...

Am Strand laufen wir zurück in Richtung Hotel. In unserem Beduinenzelt trinken wir ein Bier und Andy denkt nach. Nun reicht es mir. Für € 65,-- ist die Uhr auch „geschenkt“ und ich beschließe, daß wir zurückgehen und sie kaufen. Andy strahlt J und der Händler auch. Ich werde den Eindruck nicht los, daß er mit uns gerechnet hat. Zusammen mit der Uhr kaufen wir noch ein Paar silberne Ohrringe und hier ist der Händler kulanter. Ich bekomme die Ohrringe für € 10,--.

Andy ist im Glück und pflichtbewusst frage ich ihn alle fünf Minuten wie spät es ist. Beim Abendessen bekomme ich Unterstützung von Jürgen und den Tübingern. An diesem Abend wissen wir immer wie spät es ist.

Ein letzter Raki auf unserem Balkon für mich – für Andy ein letztes Bier und dann fallen wir müde ins Bett. Schade, aber morgen müssen wir heim.
Sonntag, 04.09.05

Der letzte Tag ist angebrochen. Kos liegt klar vor uns und das Meer ist aufgewühlt – ich bin es auch. Wie gerne würde ich noch ein paar Tage bleiben und die Gastfreundschaft genießen.

Nach dem Frühstück bleibt uns noch das leidige Koffer packen. Wir bringen es hinter uns und sitzen noch ein Stündchen mit Arap und Mustafa zusammen. Jürgen gesellt sich zu uns. Wir tauschen Adressen aus und wissen doch, daß wir uns nicht mehr sehen werden. Aber wir hatten ein paar schöne Tage miteinander und gute Gespräche. Das bleibt in der Erinnerung erhalten.

Unser Taxi (ein riesiger Bus – ganz für uns alleine) kommt und sammelt uns ein. Alle vom Hotel stehen zum Abschied bereit. Wir umarmen und küssen und versichern, daß wir wiederkommen werden. Vielleicht in 18 Jahren? Wer weiß ...

Traditionell bekommt unser Bus bei der Abfahrt eine Dusche mit Meerwasser. So verabschiedet man im Sar Beach seine Gäste und ich finde es sehr schön.

Am Flughafen Milas Bodrum checken wir ein. Duty free bietet Zigaretten für € 17,--. Wir kaufen uns noch zwei Stangen und dann ist es auch schon Zeit zum einsteigen. Der Start ist pünktlich. Wahnsinn. Das hab ich in Frankfurt noch nie erlebt. Up, up and away ...

Good Bye, Bodrum.
Good Bye, Turgutreis.
Good Bye, Sonne und Meer für heute.

Schön war’s !!!
 

Fotos zum Reisebericht 28.08. - 04.09.2005 in Turgutreis - ein Traum

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